Der Frankfurter Anwalt und Notar Hubert Hesse (57) befindet sich seit rund drei Wochen in Untersuchungshaft in der Münchner Haftanstalt Stadelheim. Gegen den ehemaligen Coudert Schürmann-Partner ermittelt die Staatsanwaltschaft nach JUVE-Informationen wegen Betrugs in mehreren Fällen. JUVE hatte seinerzeit mehrfach über zweifelhafte Aktivitäten Hesses im Zusammenhang mit versuchten Übernahmen abgestürzter Nemax-Unternehmen berichtet (JUVE 10/02, 01/03, 02/03). Hesse scheint dabei mit weiteren Personen jeweils handstreichartig die Unternehmensführung ausgetauscht und in der Folge die Unternehmenskassen geplündert zu haben. Betroffene Unternehmen sind unter anderem die Regensburger Adori AG, die Münchner GAP AG und die Schweizer Distefora AG, deren Mehrheitsaktionär der seit Juni ebenfalls in Haft befindliche Alexander Falk war. Insidern zufolge gingen Falk und Hesse in ihren umstrittenen Geschäftsaktivitäten ähnlich vor.
Auch ein Mandant Hesses aus Coudert Schürmann-Tagen spielt offenbar in dem aktuellen Verfahren gegen Hesse eine zentrale Rolle. Denn aus dem Distefora-Vermögen sollen einem vor kurzem erschienenen Pressebericht zufolge rund 16 Millionen Euro an die Wiesbadener Köllmann-Gruppe geflossen sein. Während seiner Tätigkeit bei Schürmann hatte Hesse Insidern zufolge intensiv mit dem Bauunternehmer Jürg Köllmann zusammengearbeitet und regelmäßig großvolumige Immobiliengeschäfte beurkundet.
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