Das volle Programm

Allen & Overy geht auf Sparkurs

Allen & Overy zieht alle Register, um die Kosten zu senken: Weltweit sollen 47 Partner gehen, ebenso rund 100 Associates sowie 200 Support-Kräfte. Das entspricht jeweils einer Quote von etwa neun Prozent. Weitere 7 Prozent der Partner - etwa 35 - büßen Lockstep-Punkte ein.Etwa die Hälfte der Partnerentlassungen und Punktereduktionen wird das Londoner Büro betreffen. Konkrete Entscheidungen sollen bis Ende April getroffen sein. Seit Dezember hatte die Kanzlei über die Maßnahmen beraten.

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Deutschland bewege sich im Rahmen der weltweiten Quote, teilte ein Sprecher der Kanzlei mit. Derzeit sind für Allen & Overy hierzulande 31 Partner und 95 Associates tätig. Rein rechnerisch würde das bedeuten, dass zwei bis drei Partner und rund zehn Associates gehen müssen. Die Kanzlei betonte, die anstehenden Entlassungen hätten nichts mit Qualitätsmängeln zu tun, sondern seien allein der derzeitigen Auftragslage geschuldet.

Allen & Overy beschränkt die Maßnahmen jedoch nicht auf Personalabbau. Auf allen Ebenen wird das Gehalt im laufenden Jahr eingefroren. Noch Mitte Januar hatte es aus der Kanzlei in Deutschland geheißen, eine solche Maßnahme sei nicht geplant. Ebenfalls eingefroren werden die Stundensätze. Darüber hinaus wird die Private-Client-Praxis abgespaltet und firmiert ab Mai in London unter Maurice Turnor Gardner.

Die verbleibenden Partner werden des Weiteren Kapital in Höhe von insgesamt elf Millionen britischen Pfund nachschießen. Die Kanzlei geht davon aus, dass die Entlassungen sie insgesamt 44 Millionen Pfund kosten werden. Bezahlt werden diese aus den Barreserven der Sozietät.

Damit präsentiert Allen & Overy das bislang umfangreichste Kostensenkungspaket der großen Londoner Kanzleien. Wim Dejonghe, weltweiter Managing Partner der Kanzlei, sagte: „Es gibt derzeit einfach nicht genug Arbeit, um alle unsere Mitarbeiter ausreichend zu beschäftigen.“ Er könne nicht erkennen, dass sich dies kurz- oder mittelfristig ändern werde. Die Kanzlei würde jetzt handeln, da sie finanziell gut dastehe und entsprechend den Entlassenen bessere Angebote machen könne.

Allen & Overy ist nach Linklaters und Clifford Chance die dritte große britische Kanzlei, die drastische Einschnitte verkündet. Derzeit gehen Beobachter davon aus, dass bis zu 70 Partner weltweit Linklaters verlassen werden, eine Quote, die bei deutlich über zehn Prozent läge. In London allein werden mehr als 100 Associates gehen müssen. Das deutsche Management äußerte sich bislang nicht zur Zahl der Betroffenen hierzulande. Clifford wiederum will sich von bis zu 80 Londoner Associates trennen und ist zudem dabei, die Zahl ihrer Partner deutlich zu reduzieren. Konkrete Zahlen wurden bislang nicht genannt.

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 20. Februar 2009

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