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Gerade mal 10 Monate, nachdem die strategische Allianz zwischen Deringer Tessin Herrmann & Sedemund und der aus London stammenden Sozietät Freshfields bekannt gegeben wurde, ist eine weitere Sozietät in die Allianz aufgenommen worden. Wolf Theiss & Partner, eine der wachstumsstärksten österreichischen Kanzleien teilte mit, dass sie dem Verbund zum 30. Oktober 1998 beigetreten ist. Deringer und Wolf Theiss pflegen bereits seit einigen Jahren enge Kontakte. Sie haben bei einer Reihe von Transaktionen und Joint Ventures zusammengearbeitet, kooperieren aber auch auf einigen anderen Gebiete, z. B. Medienrecht, sehr eng. Die deutsche und die österreichische Sozietät befanden sich sogar schon in Verhandlungen über eine gemeinsame Allianz, noch bevor die Gespräche zwischen Deringer und Freshfields aufgenommen wurden. Diese Verhandlungen waren dann in gegenseitigem Einvernehmen bis nach Vertragsabschluss mit der Londoner Sozietät verschoben worden. Wolf Theiss war unter anderem an den Mandaten beteiligt, die die deutsche Sozietät von der Notwendigkeit des one-stop-shop für den europäischen Rechtsmarkt überzeugten. „Wir waren an zwei großen Joint Ventures beteiligt, bei denen eines der grundlegenden Probleme darin lag, den Mandanten bezüglich der Haftungsfragen über die Grenzen fünf verschiedener europäischer Länder zu beraten,” erinnert sich der Kölner Partner Dr. Ludger Giesberts. „Die Vorteile für die Mandanten, bei einer Beratung durch eine Sozietät, lagen auf der Hand.” Es bestanden auch enge persönliche Verbindungen zwischen den beiden Sozietäten (Dr. Richard Wolf von Wolf Theiss und Dr. Hans-Joachim Priess von Deringer arbeiteten vor Jahren zusammen bei Schön Nolte Finkelnburg & Clemm in Brüssel) aber davon abgesehen betont Wolf, „es war für uns immer ein eindeutiges Ziel, international zu werden”. Deringer und Freshfields hatten anfänglich einen österreichischen Standort als natürliche Fortsetzung der Expansion in Europa erwogen. „Deutschland und Österreich sind personell und institutionell stark verflochten und haben gemeinsame Rechtswurzeln,” erklärt Klaus Beucher, Partner bei Deringer in Köln, doch der Zusammenschluss mit Wolf Theiss bietet zusätzlich die Gelegenheit, die osteuropäische Praxis auszubauen. Giesberts betont, „Deringer hatte schon immer starke Wurzeln in Osteuropa. Professor Deringer selbst kam aus der Ukraine und hat in Osteuropa eine intensive Praxis aufgebaut, wie sie an unserem Büro in Moskau ablesen können.” Eines der ersten Ziele ist die Erweiterung des Prager Büros von Wolf Theiss. „Es wird massive ausgebaut werden,” kündigt ein Anwalt des neuen Verbundes an. Der nächste Schritt soll die Eröffnung eines Büros in Warschau sein, einer der weißen Flecken auf der Landkarte des ansonsten sehr engen internationalen Netzes der drei Sozietäten.