Zumindest vorläufig wird die neue US-Kanzlei als Piper Rudnick Gray Cary firmieren. Die Partnerversammlungen müssen den Zusammenschluss jeweils noch absegnen.
Die beiden Kanzleien ergänzen sich unter anderem regional: Piper Rudnick ist mit mehr als 1.000 Anwälten insbesondere an der Ostküste präsent, die Technologiekanzlei Gray Cary bringt vor allem Westküsten-Büros mit insgesamt 380 Anwälten ein. Zusammen umfasst die neue Einheit 20 Büros. Fachliche Schwerpunkte der Full-Service-Kanzlei sind Corporate, Litigation, Securitisation, IP, Immobilien sowie die öffentlich-rechtliche und regulatorische Praxis in Washington/DC.
Bei der britischen Top-10-Kanzlei DLA gab es Presseberichten zufolge anfangs Widerstand gegen die vorgeschaltete US-Fusion von Piper Rudnick mit Gray Cary. Auf Unmut stieß Insidern zufolge weniger der Zusammenschluss selbst als vielmehr der Umstand, dass DLA vom Piper-Rudnick-Management im Vorfeld nicht konsultiert worden sei.
Der geplante Zusammenschluss von DLA und Piper Gray dürfte dennoch nicht gefährdet sein. „Aus der bisherigen Zusammenarbeit mit Piper Rudnick und Gray Cary haben wir nur die besten Erfahrungen“, sagte der deutsche DLA-Managing Partner Dr. Ulrich Jüngst gegenüber JUVE. „Die deutschen Partner von DLA begrüßen die Fusion beider Firmen und das geplante Zusammengehen mit DLA uneingeschränkt.“
Bereits jetzt haben DLA und Piper Rudnick in Europa ihre Expansionstrategien koordiniert. So eröffnete Piper in Paris mit einem Anwaltsteam aus der ehemaligen Hogan & Hartson-Partnerkanzlei Cariddi Mee Rué, parallel trennte sich DLA von ihrem französischen Allianzpartner Ginestié Paley-Vincent et Associés.
Die Abstimmung über die Fusion DLA/Piper erfolgt am 4. Dezember. Sollten beide Partnerschaften zustimmen, entsteht eine Kanzlei mit mehr als 2.500 Anwälten und einem Umsatz von gut einer Milliarde Euro. Der britisch-amerikanische Riese würde damit in die Riege der weltweit zehn größten Kanzleien nach Umsatz aufrücken. (Aled Griffiths/Christoph Tillmanns)