Familiensache

Neuer Rechts-Manager für Adidas

Adidas-Salomon AG holt sich zum 1. Juli 2004 einen Spezialisten ins Unternehmen, der die Branche seit Kindesbeinen kennt: Frank Dassler (47), Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler, dessen Bruder den Sportartikler Adidas gegründet hatte. Bei Adidas wird der Anwalt, der seit 15 Jahren in eigener Kanzlei tätig ist, Leiter der globalen Rechtsabteilung und übernimmt die Bereiche Soziales und Umwelt. Der derzeitige Rechts- und Umweltvorstand Manfred Ihle wird mit Dasslers Eintritt in den Ruhestand gehen.

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Vor etwa fünf Jahren, so Dassler, kam der berufliche Kontakt zu Adidas zustande. Aufgrund seiner Spezialisierung im internationalen Recht beriet er den Sportartikel-Riesen unter anderem bei der Neuordnung der Distribution: „Ich war letztlich praktisch jede Woche im Unternehmen“, beschreibt er die Situation. Aufgrund des dadurch entstandenen Vertrauens und wegen der bekannt gute Branchenkenntnis Dasslers bat der Konzern den Anwalt um Unterstützung bei der Suche nach einem Nachfolger für Ihle: „Letztlich war das aber alles nicht das Richtige.“ So wurde Dassler selbst die Position angeboten.

„Ich habe auch während meiner Zeit als Anwalt immer wieder auf die Industrie geschielt“, bekennt Dassler, dem die reine Anwaltstätigkeit schon lange nicht mehr genügt. So betreibt er in größerem Umfang Gremien- und Verbandsarbeit, unter anderem für den Verband Deutscher Sportfachhandel und die Europäische Vereinigung der Sporthändlerverbände. Diese Aufgaben sowie Beiratsarbeit wird er, soweit vereinbar, auch künftig übernehmen.

Seine neues Tätigkeitsfeld macht ihn verantwortlich für mehr als 100 Juristen, Sozial- und Umweltexperten. Er wird sich mit Themen wie Kinderarbeit, der Verwendung von Känguruleder und der weltweiten Einhaltung der Arbeitszeiten befassen, also neben der Juristerei mit Fragen der unternehmensinternen Ethikregeln. Doch: „Das Management wird für mich die größte Herausforderung sein“, prognostiziert der Jurist. Auch insoweit verfügt er über Erfahrung: Mitte der 80er-Jahre verantwortete er für zwei Jahre das US-Geschäft im Hause Puma. Die Tatsache, dass er jetzt beim Wettbewerber anheuert, stellt für Dassler kein Problem dar: Die Familie Dassler ist schon länger nicht mehr involviert und „die haben dort selbst einen exzellenten Juristen“.

Dassler behält seine Zulassung, seine Kanzlei in Herzogenaurach wird durch seine zwei Kollegen fortgeführt.

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