Das Institut war das erste, das unter den Rettungsschirm der Bundesregierung schlüpft. Die BayernLB wird alle drei Stützungsmaßnahmen sowie eine Kombination davon prüfen: Garantien, die Beteiligung des Staates am Eigenkapital und ein Aufkauf von problematischen Aktiva. Der Kapitalbedarf beläuft sich auf 6,4 Milliarden Euro. Davon soll der Bund 5,4 Milliarden Euro frisches Eigenkapital beisteuern, die restliche Milliarde wollen sich als Eigentümer der Freistaat Bayern und die bayrischen Sparkassen teilen.
„Das Gesetz zum Finanzmarktstabilisierungsfonds ist ein absolutes Notstandsgesetz, mit dem das Aktienrecht auf den Kopf gestellt wird. In einer solch angespannten Situation ist nachvollziehbar, dass hier eine Kanzlei von zwei sich scheinbar gegenüberstehenden Seiten eingesetzt wird“, so ein mit der Situation gut vertrauter Anwalt zur Mandatierung von Freshfields durch die BayernLB.
Freshfields bestätigte das Mandat dagegen nicht. Die Kanzlei stand der BayernLB jedoch auch schon bei der Strukturierung des rein bayrischen Risikoschirms zur Seite, an dem neben dem Freistaat und den bayrischen Sparkassen auch ein Privatinvestor beteiligt ist.
Aus dem Markt ist zudem bekannt, dass für die Eigentümer der BayernLB in der jetzigen Transaktion Linklaters tätig ist.
Auch die HSH Nordbank und die WestLB denken laut Presseberichten über die Inanspruchnahme des Rettungsfonds nach. Bei der Strukturierung der Risikoabschirmung durch das Land NRW vor einigen Monaten hatte Hengeler Mueller die WestLB beraten.
Als erste private Bank nutzte zuletzt auch die Hypo Real Estate unter das Rettungspaket der Bundesregierung. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer beantragte staatliche Garantien in Höhe von 15 Millarden Euro. Für die Hypo Real Estate handelt es sich dabei um eine Zwischenlösung, bis das mit der Bundesregierung und der Finanzindustrie ausgehandelte Rettungspaket über 50 Millarden Euro greift (mehr…).
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 24. Oktober 2008