Frankfurt und München

Rittershaus gewinnt 15-köpfiges Team von Arnecke Sibeth Dabelstein

Zum Oktober wechselt ein großes Team von Arnecke Sibeth Dabelstein zur Wettbewerberin Rittershaus: Angeführt wird es von den Frankfurter Immobilien-Experten Prof. Dr. Antje Boldt und Steffen Holatka sowie den Münchner Immobilien- und Verwaltungsrechtlern Dr. Michael Grünwald, Dr. Florian Hänle, Dr. Wolfgang Patzelt und Daniel Pflüger. Es wechseln insgesamt 15 Berufsträger zu Rittershaus, die damit ihr Münchner Büro um elf, das Frankfurter Büro um vier Juristen erweitern kann.

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Antje Boldt
Antje Boldt

Die Bau- und Vergaberechtlerin Boldt war vor zehn Jahren von Leinemann & Partner zur Kanzlei Sibeth gewechselt, die sich 2015 zunächst mit Arnecke Siebold und zwei Jahre später mit der Hamburger Traditionskanzlei Dabelstein & Passehl zusammenschloss.

Boldt ist für ihre progressive Herangehensweise an Großbauprojekte bekannt und gründete Anfang des Jahres mit Prof. Stefan Leupertz, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof, eine entsprechende Projektberatungsgesellschaft, die sie fortführen wird. „Das von uns entwickelte innovative Modell der integrierten Projektabwicklung passt sehr gut zur mediationsanalogen Beratung bei Rittershaus“, so Boldt, die in Frankfurt zusammen mit Bau- und Architektenrechtler Holatka zu Rittershaus wechseln wird, beide als Equity-Partner.

Fachliche Verbreiterung 

Michael Grünwald
Michael Grünwald

In München wird die Equity-Partner-Riege um den transaktionserfahrenen Immobilienrechtler Grünwald erweitert, den auf Projektfinanzierungen spezialisierten Hänle sowie um die beiden baurechtlich erfahrenen Partner Patzelt und Pflüger, die auch städtebaurechtliche und energierechtliche Vorhaben begleiten, beispielsweise die Gestaltung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Die Beratung im Bereich erneuerbare Energien soll bei Rittershaus weiter ausgebaut werden.

Ähnlich wie auch die Rittershaus-Anwälte arbeiten die Neuzugänge sowohl beratend wie auch prozessrechtlich für ihre Mandantschaft, die sich aus kommunalen Trägern, mittelständischen Unternehmen, Fondsgesellschaften und vermögenden Privatleuten zusammensetzt. 

Parallel wechseln auch fünf Anwälte als Salary-Partner und drei Associates von Arnecke zu Rittershaus. Bei den Salary-Partnern handelt es sich um die Bau- und Architektenrechtlerinnen Anna Gries, Julia Zerwell und Manuela Luft sowie um Dr. Marina Schäuble, die auf Immobilientranskationen und Asset-Management fokussiert ist. Die beiden Salary-Partner Thomas Hartl und Ulrich Loetz decken zudem Öffentliches Baurecht und Umweltrecht mit ab und sind insofern eine weitere Ergänzung zu dem Rittershaus-Team im Mannheimer Stammhaus, wo etwa Dr. Hartmut Fischer im Öffentlichen Baurecht zahlreiche Projekte in der Rhein-Neckar-Region betreut.

Erhöhte Präsenz in Bayern

Der Zugang des Real-Estate-Teams unterstreicht erneut die Wachstumsambitionen der Sozietät. Ihren Frankfurter Standort hatte Rittershaus zuletzt vor allem im Corporate- und M&A-Bereich signifikant ausgebaut. Für den bayerischen Standort, den sie im Oktober 2009 eröffnet hatte, suchte das Management schon länger regional gut verankerte Partner als Verstärkung.

„Damit gelingt es uns, in München ein Ausrufezeichen zu setzen“, sagt Managing-Partner Dr. Wolf-Henrik Friedrich mit Blick auf die elf Zugänge dort. Rittershaus wird bislang von einem Management-Trio geleitet, dem neben dem Frankfurter Partner Friedrich der Mannheimer Corporate-Partner Prof. Dr. Christof Hettich und der Patentrechtler Dr. Daniel Weisert angehören. Mit dem Teamzugang wächst die Berufsträgerzahl der Kanzlei auf 86.

Ausgebremst im Wettbewerb

Arnecke Sibeth Dabelstein, die in den vergangenen Jahren ein deutlich rasanteres Wachstum hatte wie Rittershaus, gehört in Frankfurt und München zu den wichtigsten Akteuren im Immobilien- und Baurecht. Mit rund 45 Berufsträgern hat sie weiterhin ein schlagkräftiges Team im Bereich Real Estate, das sich auf nationale Portfoliotransaktionen und Großprojekte spezialisiert hat. Den Teamabgang, der ein Viertel ihrer bisher rund 60-köpfigen Praxis ausmacht, bedauert die Sozietät, zumal viele der Partner schon lange Teil der Kanzlei waren. Sie kündigte aber gegenüber JUVE an, dass sie im vierten Quartal, beziehungsweise Anfang 2022 wieder Partnerzugänge im Immobilienbereich haben wird.

Darüber hinaus konnte sich die Kanzlei, die neben der Real-Estate-Beratung auch in der Transportbranche sehr aktiv ist, in Frankfurt in diesem Jahr ebenfalls fachlich verbreitern: Dort kamen zuletzt der Kartellrechtler Dr. Sebastian Jungerman von Arnold & Porter und der Bank- und Finanzrechtler Philippe Woesch von Schalast hinzu.

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