Freshfields dementiert die Informationen nicht, will sie offiziell aber auch nicht kommentieren.
Wie genau die Non-Equity-Partnerschaft ausgestaltet wird, ist noch nicht bekannt. Sie wird voraussichtlich zum nächsten Geschäftsjahr Ende April zusätzlich zur Equity-Partnerschaft eingeführt. Denkbar ist ein System, das dem der US-Kanzleien ähnelt. Dort sind die Non-Equity-Partner nach außen nicht von den Equity-Partnern zu unterscheiden. Sie erhalten einen fixen Gewinnanteil plus Bonuskomponente. Zuletzt hatte unter anderem Skadden ein solches System eingeführt.
Mit Blick auf das Vergütungssystem sind weitere Änderungen beschlossen. Demnach erlaubt das modifizierte Lockstep-System der Kanzlei in Zukunft, Equity-Partner innerhalb der Vergütungsbänder schneller und mit größerem Fokus auf Profitabilität auf- und auch absteigen zu lassen. Über die genaue Position der Partner innerhalb der sogenannten Vergütungsbänder entscheidet in Zukunft nach JUVE-Informationen ein Vergütungskomitee einmal jährlich.
Insbesondere die Auflösung des All-Equity-Systems war zu erwarten. Freshfields-Partner kommentierten die Entwicklungen in anderen Kanzleien regelmäßig mit dem Hinweis, dass auch ihre Kanzlei sich flexibleren Mechanismen und größeren Handlungsspielräumen im Vergütungssystem kaum entziehen könne. Ausschlaggebend dafür ist die Expansion der Kanzlei, nicht zuletzt in die USA. Verwiesen wird etwa auf Performance-Unterschiede zwischen Partnern in New York und in Vietnam.
Kultureller Spagat
Freshfields investiert weiter massiv in ihre US-Praxis. Vergangene Woche hat sie die Aufnahme des Kartellrechtlers Manish Kumar in San Francisco bekannt gegeben. Kurz davor wurde der Wechsel des Bostoner Private-Equity-Partners Michael Palermo von Ropes & Gray öffentlich.
Die Profitabilität der neuen US-Partner, die sich im Wesentlichen aus den hohen US-Stundensätzen ergibt, führt dazu, dass sie regelmäßig mit der Maximalpunktzahl in das System eingewertet werden müssen. Weil Freshfields in den USA allerdings noch deutlich kleiner ist, ist beispielsweise Latham & Watkins, an die Freshfields gerade vier Equity-Partner verloren hat, deutlich profitabler. Entsprechend muss Freshfields zwingend an ihrer Profitabilität arbeiten, dabei aber nicht ihre Kultur veruntreuen.