Die neue Kanzlei, deren Rechtsform eine englische LLP sein wird, startet mit insgesamt sechs Anwälten. Neben Nordhues wird voraussichtlich ein weiterer Anwalt Partner. Konkrete Namen wollte der Kanzleigründer bis Redaktionsschluss jedoch nicht nennen.
Unter eigener Flagge will sich Nordhues weiter ganz auf seine bisherigen Beratungsgebiete Akquisitionsfinanzierung, Securitisation und Leveraged Finance konzentrieren. „Der Grund für meinen Wechsel ist marktorientiert“, so der künftige Namenspartner. „Eine komplexe Transaktionsdienstleistung wie ich sie in meiner Praxis anbiete, erfordert eine bestimmte Kapazität, die innerhalb des Full-Service-Ansatzes schwierig zu erreichen war.“
Zu seinen Mandanten zählt Nordhues vor allem Investoren und Fonds großer Immobilienbestände sowie Kreditinstitute. Zuletzt hatte er etwa die Credit Suisse First Boston beraten, die im vergangenen Jahr den Kauf der Euro-Estate-Tochter BDPE durch die israelische Summit Real Estate finanzierte. Auch gehörte er zu dem Nörr-Team, das die finanzierenden Banken beim Milliarden-Verkauf von Hertz an eine Investorengruppe mit begleitet hatte.
Nordhues hatte seine berufliche Laufbahn zunächst in der Schweiz begonnen und war 1992 in das Stuttgarter Büro von Sigle Loose Schmidt-Diemitz (heute CMS Hasche Sigle) gewechselt. Im Juli 1995 stieß er zum Frankfurter Büro von Clifford Chance. Anfang 2000 ging Nordhues dann zu Ashurst, wo er unter anderem die Bank- und Kapitalmarktrechtspraxis leitete. Der Wechsel zu Nörr folgte schließlich im Mai 2003.
Nordhues-Nachfolger bei Nörr wird Sebastian Bock: Der 37-Jährige wird künftig – wie bisher in einer Doppelspitze – zusammen mit Schulz die Corporate-Finance-Praxis der Kanzlei leiten. Bock ist deshalb bereits vom Münchner in das Frankfurter Büro der Kanzlei gewechselt. Für Nörr arbeiten damit künftig neun Anwälte und zwei Steuerberater auf dem Gebiet Corporate Finance.