Die US-Fachzeitschrift ,Corporate Counsel‘ hat wie jedes Jahr die 100 Top-Verdiener ermittelt, soweit sie sich aus öffentlich zugänglichen Quellen ergeben. Ganz oben auf der Liste stand 2014 Alan Braverman, Chefjurist von Walt Disney, mit einer Barvergütung in Höhe von knapp sieben Millionen Dollar. Nach Jahren verdrängte er damit Brackett Denniston von General Electric von der Spitze.
Im Durchschnitt stagnieren die Grundgehälter jedoch bei gut 700.000 Dollar. Das deutliche Plus lag allein an den Boni, die um mehr als 9 Prozent zulegten und jetzt bei knapp 1,4 Millionen Dollar liegen. Die bemerkenswerteste Entwicklung zeigten jedoch die Aktienzuteilungen: Seit Jahren war das Interesse daran rückläufig. Nun lagen sie durchschnittlich bei 2,3 Millionen Dollar – ein Plus von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Selbst wenn man Googles General Counsel David Drummond herausrechnet – sein Aktienanteil lag bei 40 Millionen Dollar – bleibt noch immer eine Steigerung von mehr als 20 Prozent. Es bleibt also das sogenannte Equity, das die General-Counsel-Posten in den USA auch für Kanzleipartner so attraktiv macht.
,Corporate Counsel‘ hat auch ermittelt, wie weibliche General Counsel im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen abschneiden, und bemerkt hier eine leichte Verbesserung. Dennoch: Nur 17 der 100 Top-Verdiener sind weiblich, keine davon schaffte den Sprung in die Top-10. Auf Position 11 landet jedoch Maryanne Lavan, Chefjuristin von Lockheed Martin. Im Schnitt sind die Gehälter der Frauen jedoch rund 200.000 Dollar niedriger als die der Männer.
Im Gegensatz zum Vorjahr sind unter den Top 10 auch die General Counsel von Flugzeugbauer Boeing und Medienkonzern CBS vertreten. Sie schafften im Vorjahr nicht einmal den Sprung auf die Liste der 100. Ihren Platz unter den ersten zehn mussten dafür Travelers Cos. und Coca Cola räumen. Das beste Grundgehalt in dieser Gruppe kassierte Gerson Zwiefach von 21st Century Fox mit drei Millionen Dollar.
Die Zahlen dürfen den Blick nicht darauf verstellen, dass ‚Corporate Counsel‘ lediglich die Spitzenverdiener berücksichtigt. Im Durchschnitt sind die US-Gehälter aber immer noch im Vergleich zu Deutschland hoch – Erhebungen sprechen von umgerechnet etwa 350.000 Euro zuzüglich Bonus. In einem breiteren internationalen Vergleich hingegen bewegen sich deutsche General-Counsel-Durchschnittsgehälter durchaus in einem konkurrenzfähigen Rahmen. Sie liegen etwa auf einer Höhe mit den Beneluxstaaten. Europäischer Gehaltsspitzenreiter ist Großbritannien mit etwas mehr als 200.000 Euro Grundgehalt.