Dr. Thorsten Hennrich (39) leitet seit wenigen Wochen die Rechtsabteilung von Plus Server, einem Anbieter von Managed-Hosting-Lösungen. Zuvor war der IT-Rechtler Anwalt und Geschäftsführer des Cloud- und Rechenzentrumsbetreibers Mainlab. JUVE sprach mit ihm über die Pläne des Unternehmens.
JUVE: Herr Hennrich, Sie sind kurz nach dem Kauf des Kölner Cloud-Providers Plus Server durch das Management und die Beteiligungsfirma BC Partners als Head of Legal hinzugestoßen. Was haben Sie vor?
Bei Plus Server als eigenständigem Unternehmen besteht nun einfach Bedarf für eine eigene Rechtsabteilung. Ich freue mich sehr, dass mir das Management das Vertrauen geschenkt hat, diese aufzubauen und auf die Bedürfnisse von Plus Server zuzuschneiden. Als Rechtsanwalt sowie als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter eines Cloud-Providers, der 2014 ein Teil des Plus Server-Konzerns geworden ist, kenne ich Plus Server und die Branche seit mehr als 15 Jahren.
Wie wollen Sie die Rechtsabteilung thematisch und strukturell aufstellen?
Einen thematischen Schwerpunkt werden natürlich die Bereiche IT-Outsourcing und Cloud Computing in all ihren Facetten bilden. Datenschutz und Datensicherheit sind dabei von besonderer Bedeutung. Die Herausforderungen von Cloud Computing an den Rechtsrahmen für Datenschutz waren schon Thema meiner Dissertation. In struktureller Hinsicht werden wir eng mit der Geschäftsführung zusammenarbeiten. Neben der Wahrnehmung klassischer Legal-Themen wollen wir aber auch ein integrierter Teil des Business sein. Ich habe bereits Bereiche identifiziert, in denen wir aktiv mit anderen Abteilungen zusammenarbeiten sollten, um rechtlichen Fragen unserer Kunden von Anfang an zu adressieren.
Vor welchen rechtlichen Herausforderungen steht Plus Server mit seinen Rechenzentren in Deutschland, Frankreich und den USA?
Eine der größten Herausforderungen ist mit Sicherheit die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung. Dies betrifft unmittelbar die Rahmenbedingungen für unsere Kunden in Rechenzentren in Deutschland und Frankreich. Aber auch mit Blick auf Datentransfers in die USA leben wir ja nach dem Safe-Harbor-Urteil des EuGH sowie den aktuellen Entwicklungen rund um das EU-U.S. Privacy Shield und den EU-Standardvertragsklauseln in äußerst spannenden Zeiten.
Wie gehen Sie vor diesem Hintergrund das Thema gerade für ihre mittelständische Kunden an?
Als Marktführer für Managed Hosting in Deutschland sind uns datenschutzrechtliche Anliegen unserer Kunden natürlich sehr wichtig. Wir sensibilisieren unsere Kunden aktiv, etwa durch Whitepaper, eine Roadshow zu IT-Sicherheit oder die „Ask me anything“-Reihe, einem Event mit dem bekannten Datenschutzaktivisten Max Schrems, der das Safe Harbor-Urteil des EuGH herbeigeführt hat.
Nach welchen Kriterien werden Sie ihre Mandatierung zukünftig ausrichten?
Plus Server arbeitet seit vielen Jahren mit verschiedenen Kanzleien erfolgreich zusammen. Diese guten Erfahrungen werden natürlich bei jeder künftigen Mandatierung berücksichtigt. Ganz grundsätzlich sind für mich aber die Kriterien Qualität, Risikoeinschätzung, Budget-Orientierung sowie Branchenkenntnis sehr wichtig.
Das Gespräch führte Christina Schulze.