JUVE spricht mit… Bernd Mayer von Skadden Arps Slate Meagher & Flom

Die deutsche Skadden-Praxis überzeugte bislang vor allem bei Transaktionen. Die Wirtschaftskrise warf die Kanzlei entsprechend zurück. Zuletzt ging es aber wieder aufwärts. Nun kommen Katja Kaulamo und Stephan Hutter, zwei etablierte Kapitalmarktpartner dazu.

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Bernd Mayer
Bernd Mayer

JUVE: Was bedeutet der Gewinn der beiden Shearman-Kapitalmarktrechtler konkret für Skadden?
Mayer: Die Verstärkung hat drei Facetten. Zunächst einmal bekommen wir eine etablierte Kapitalmarktpraxis dazu, die uns auch ermöglicht eine kombinierte Bank-/Bondberatung auszuüben. Dazu bringen uns Katja Kaulamo und Stephan Hutter an der Schnittstelle von Kapitalmarktberatung und Private Equity erheblich weiter. Wir können nun bei Deals auch alle Dual-Track-Themen mit einem Top Team abdecken. Drittens, und das darf man nicht unterschätzen, geht davon eine klare Botschaft aus: Skadden will in Deutschland wachsen.

Wie groß soll die deutsche Skadden-Praxis denn in einem Jahr sein und welche Beratungsfelder brauchen sie in ihren Wachstumsplänen Plänen noch dringend?
Seriöse personelle Wachstumsprognosen lassen sich bei unserer Transaktionsausrichtung nicht abgeben, dies haben die vergangenen Jahre gezeigt. Wir werden das Steuerrecht wieder aufbauen. Wir denken auch über Litigation/Arbitration als Ergänzung unserer Praxis nach.

In der Wirtschaftskrise hat sich bei Skadden vor allem die Anzahl der Associates drastisch verringert. Das konnten sie bislang nicht kompensieren. Wie sehr bremst die Kanzlei dies nun?
Zunächst darf ich darauf hinweisen, dass unser Verhältnis von Partnern zu Associates sich mit dem vergleichbarer Kanzleien misst. Tatsächlich können wir weitere Associates gut gebrauchen. Wir wollen in 2012 mehrere Associates einstellen. Der Kampf um Bewerber ist nach wie vor ausgesprochen hart. Aber wir haben bereits Kollegen für 2012 an Bord. Frau Kaulamo und Herr Hutter werden von zwei Associates begleitet.

Wirkt da angesichts Ihrer ohnehin niedrigen Leverage der Zugang zweier Neupartner nicht wie ein negatives Karrieresignal auf die Associates?
Das denke ich auf keinen Fall. Unsere Leverage vergleicht sich, wie gesagt, durchaus mit der anderer Top-Kanzleien. Überdies haben wir schließlich keine starren Partner-Ernennungsquoten. Durch die Erweiterung unseres Beratungsangebots eröffnen sich sogar weitere Möglichkeiten. Gute Leute können ihr Geschäft nun noch breiter entwickeln.

Frau Kaulamo ist die erste Partnerin in der deutschen Skadden-Praxis. Ist die Kanzlei für Anwältinnen unattraktiv?
Wir würden in der Tat gerne mehr weibliche Associates beschäftigen, denn Kanzleien sollten das wirkliche Berufsleben widerspiegeln. Diversity ist generell ein großes Thema für uns. In Deutschland haben wir mehrere Kolleginnen, einige davon mit interessanten Teilzeitmodellen. In den USA haben wir viele erfolgreiche Partnerinnen. Die Karriere steht Anwältinnen bei uns jedenfalls offen. Katja Kaulamos Einstieg als Partnerin ist deshalb auch in dieser Hinsicht bedeutend. Wir müssen aber sicherlich noch stärker in die Offensive gehen und besser um weibliche Anwälte werben.

Das Gespräch führte René Bender.


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