JUVE spricht mit … Dr. Stephan Eilers von Freshfields Bruckhaus Deringer

Dr. Stephan Eilers (48) ist Vorsitzender des Finance Committee von Freshfields. Das neunköpfige Gremium ist weltweit verantwortlich für die Kanzleifinanzen, also etwa Umsatzerfassung, Steuern und Rechnungslegung. Eilers ist im Juni seit zehn Jahren Mitglied und wurde kürzlich für eine weitere Amtszeit von den Seniorpartnern eingesetzt. Der Kölner Steuerrechtspartner gehörte auch bei der Restrukturierung der Partnerschaft und der Umstellung des Pensionssystems zum engeren Kreis der Entscheidungsträger. JUVE: Herr Dr. Eilers, welche Rolle spielen Währungsschwankungen in der Finanzplanung und -analyse einer internationalen Kanzlei?

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Eilers: Grundsätzlich wirken sich Währungsschwankungen mal in die eine und mal in die andere Richtung aus und heben sich letztlich auf. Doch die Eurostärke der letzten zwölf Monate hat sich natürlich bemerkbar gemacht. Man kann aber den Budgetprozess so aufsetzen, dass er die Währungseffekte neutralisiert. In der Beurteilung der aktuellen Resultate wenden wir verschiedene Mechanismen an. Wir unterscheiden uns da als Kanzlei nicht von anderen international tätigen Dienstleistern.

Welchen Anteil an den Umsätzen Ihrer Kanzlei haben die einzelnen Währungen?

Der Euroanteil ist in den letzten drei Jahren leicht gestiegen. In Euro setzen wir jetzt etwas mehr als die Hälfte unserer Einnahmen um, in Pfund sind es etwas weniger, in Dollar rund 10 Prozent.

Wie wirken sich die Währungsschwankungen auf die Gewinne der Partner aus?

Der starke Euro führt dazu, dass in dem gemeinsamen Topf der Euro-Anteil etwas größer ist. Aber: Nationale Gewinne weisen wir nicht den nationalen Partnern zu, unser Lockstep gilt weltweit. Die Währungseffekte betreffen aber auch die Kosten. Ausgaben, die wir in Euro geplant haben, werden auch teurer.

Eine 39-prozentige Steigerung der Partnergewinne – das ist die Wirkung der großen Restrukturierung der Partnerschaft und der Verabschiedung zahlreicher früherer Partner. Wie fällt die echte Produktivitätssteigerung aus?

Das ist ein entscheidender Punkt. In der starken Marktlage der ersten beiden Quartale haben wir mit immens hoher Auslastung und insgesamt sehr hochwertigen Mandaten arbeiten können. Mit dem jetzt berechneten durchschnittlichen Umsatz pro Berufsträger haben wir ein außergewöhnliches Produktivitätsniveau erreicht.

Die Produktivität der Freshfields-Partner in New York, London, Frankfurt, Moskau und Peking soll sich sehr stark angenähert haben?

Wir haben eine fast identische Profitabilität in allen Ländern erreicht. Die Abweichungen liegen mittlerweile deutlich unter 20 Prozent. Darin sehe ich eine unserer ganz großen Stärken – und die Rechtfertigung für unseren weltweiten Lockstep.

Welche Themen stehen im kommenden Jahr an?

Ein wichtiges Thema ist natürlich, wie sich die Sozietät in wirtschaftlich allgemein schwierigeren Zeiten bewegt. Wir gehen für kommendes Jahr von keinem größeren Umsatzwachstum aus. Außerdem müssen wir planen, wie wir im nächsten Jahr an das erste Reporting als LLP herangehen. Denn dann wird jeder unseren Jahresabschluss in London einsehen können.

Das Gespräch führte Antje Neumann.

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