William Voge : Nein, aber durch den Wirtschaftsboom im Nahen Osten verändert sich der Corporate- und Finanzrechtsmarkt. Mein Wechsel ist Teil einer Reihe von Partnerversetzungen nach Nahost und London, mit denen wir direkt auf Bedürfnisse unserer Mandanten reagieren. Ein maßgeblicher Faktor ist hier die wirtschaftliche Dynamik des Nahen Ostens und die immer wichtigere Verbindung London-Nahost im Finanz- und Bankensektor.
Sind Sie der Meinung, dass London als Finanzzentrum New York eingeholt oder gar überholt hat?
Ich denke wohl, dass London als Finanzmetropole mit New York City gleichgezogen hat. Die transatlantische Verbindung ist von sehr großer strategischer Bedeutung, wenn es um die weltweit führende Position einer Kanzlei geht. Unsere globale Strategie basiert auf tief reichender Stärke in den Finanz-, Handels- und Regulierungszentren weltweit. In London und New York haben wir mit Erfolg hervorragende Transaktionspraxen aufgebaut.
Welche unterschiedlichen Stärken haben die Finanzrechtspraxen in London und New York, und was sind die jeweiligen Herausforderungen?
In der momentanen Wirtschaftssituation sind beide Standorte mehr mit Restrukturierungen als mit Kreditvergabe beschäftigt! In New York wie auch in London mussten wir uns dem Problem stellen, dass wir als auswärtige Kanzlei galten. Dieses Etikett haben wir, meine ich, erfolgreich überwunden. Ziel und Herausforderung ist für uns nun, in beiden Zentren trotz der schwierigen Wirtschaftslage zu wachsen, das Team mit fähigen, erfahrenen Anwälten auszubauen und bei hochkarätigen Mandaten gegen die traditionellen Wall-Street- und Magic-Circle-Kanzleien anzutreten.
Wie schätzen Sie das Wachstum der deutschen Bank- und Finanzrechtspraxis über die nächsten Jahre ein?
Unsere deutsche Praxis konnte sich ja um einige prominente Partner verstärken, zuletzt Christina Ungeheuer und Andreas Diem im Finanzrechtsteam. Dieses Wachstum spiegelt den allgemeinen Schwung der deutschen Praxis wider. Zu einer dynamischen Bank- und Finanzrechtspraxis gehören unbedingt tief verwurzelte Erfahrung und Top-Reputation in M&A, Private Equity und Kapitalmarktrecht. In all diesen Bereichen haben wir in Deutschland über die letzten Jahre stark zugelegt. Bei Latham ist man glücklich über den Einstieg in den deutschen Markt 2001.
Das Gespräch führte Aled Griffiths.