Kanzlei-Panels

Ein bisschen halbherzig

Disziplinieren und Kosten senken – dazu sollen Kanzlei-Panels dienen. Knapp zwei Drittel aller Unternehmen haben Panels aufgestellt, doch nicht jeder nutzt sie konsequent. Das ergab die JUVE-Inhouse-Umfrage 2014/15, an der sich erneut gut 400 Unternehmensjuristen in Leitungsfunktionen beteiligten.

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Mit Kanzlei-Panels garantieren Unternehmen einigen ausgewählten Beratern einen gewissen Geschäftsumfang und erhalten im Gegenzug Vorteile – seien sie unmittelbar monetär, seien es zusätzliche Services. Die auf langfristige Zusammenarbeit ausgelegten Verträge sollen zudem die Arbeit der Kanzleien effizienter und effektiver machen. Die Idee: Wer sich gut kennt, erspart sich langwierige Erklärungen.

In vielen Unternehmen gelten Panels zwar ohnehin nicht exklusiv. Dennoch gilt es sicherzustellen, dass die bevorzugten Kanzleien auch tatsächlich in den Genuss von Mandaten kommen, was nicht überall funktioniert. Um Wildwuchs in der Mandatierungspraxis zu vermeiden, bedarf es einer ordnenden Hand – der Rechtsabteilung. Bei einem Viertel der befragten Unternehmen können jedoch auch andere Abteilungen Mandate vergeben. Bei kleinen Unternehmen bis 500 Mitarbeiter berichtet sogar die Hälfte der Rechtsverantwortlichen, dass sie nicht alleine über Panel-Abweichungen entscheiden. Mitmischen dürften hier vor allem der Unternehmenseigner oder Geschäftsführer – sie können so jede strategische Anstrengung des Chefjuristen schnell ins Leere laufen lassen.

Auch bei der Überwachung der Panels sind Mandanten oft nachlässig. Nur gut die Hälfte der Befragten überprüft die Beraterauswahl in regelmäßigen Abständen, bei den anderen gilt sie erst einmal unbegrenzt. Das klingt eher nach dem althergebrachten Modell des Hausanwalts als nach einer professionellen Arbeitsbeziehung zwischen Kanzlei und Mandant. Auffällig auch hier: Die großen Unternehmen und jene mit sehr internationalem Geschäft sind längst einen Schritt weiter. Hier überprüfen jeweils rund zwei Drittel der Befragten ihre Kanzleibeziehungen regelmäßig – und nur etwa ein Fünftel hat nicht die alleinige Lufthoheit bei abweichender Mandatierung. Internationale Unternehmen verstehen ihre Panels auch am häufigsten kompetitiv und schreiben Mandate unter den ausgewählten Kanzleien aus: Knapp 40 Prozent sorgt auf diesem Weg dafür, stets das günstigste Angebot zu bekommen.

Mehr zu Strategien von Rechtsabteilungen, basierend auf der JUVE-Umfrage, lesen Sie in der Ausgabe 02/15 des JUVE-Rechtsmarkts.

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