Die ein Jahr währenden Restrukturierungsbemühungen des Autozulieferers Paragon gipfelten bereits im Oktober 2009 in einem Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Paderborn bestellte Dr. Frank Kebekus von Kebekus & Zimmermann, der nun seit Januar im eröffneten Insolvenzverfahren die Federführung hat. Ein Insolvenzplan soll die Ansprüche der Gläubiger regeln, einen Antrag auf Eigenverwaltung zog das Management zurück. „Die gute Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Frank Kebekus hat mich überzeugt, dass das weitere Verfahren durch einen Insolvenzverwalter mit entsprechender Erfahrung begleitet werden sollte“, ließ der Geschäftsführer verlauten. Verbunden mit der Sanierung ist ein drastischer Personalabbau von 600 auf 400 Mitarbeiter. Die börsennotierte Paragon liefert unter anderem elektronische Sensoren, Freisprecheinrichtungen an Automobilbauer.+++
+++ Der Insolvenzbezirk Ingolstadt, zuletzt schwer gebeutelt durch die Insolvenz der großen Bekleidungshersteller Bäumler und Rosner, erlebte zum Jahresende eine weitere Pleite. Das Natursteinwerk Juma im Altmühltal mit rund 160 Mitarbeitern wird seitdem von Dr. Harald Schwartz von Schwartz Insolvenzverwalter verwaltet. Für den Geschäftsbetrieb notwendige Kredite seien dem Unternehmen verweigert worden, hieß es. +++
+++ Vom Amtsgericht Erfurt erhielt Rolf Rombach von der Kanzlei Rombach & Steinfeld ein weiteres Insolvenzverfahren aus dem Autozuliefererbereich: Jenpräzision ist mit rund 190 Mitarbeitern in der Druckgusstechnik und im Werkzeugbau tätig. Eine Beteiligungsgesellschaft, der indirekt über drei Viertel des Unternehmens gehören, erklärte ihr Desinteresse an einer Fortführung. Rombach konnte immerhin einen Massekredit organisieren. +++
+++ Gleiche Branche, anderes ostdeutsches Bundesland: Die Firma Gluske Sachsen, 150 Mitarbeiter stark, wird von Stefan Kahnt aus der Kanzlei Pluta verwaltet. Zu wenig Aufträge und zu wenig Geld, um Lieferanten zu bezahlen, lautet die Diagnose. Kahnt wurde vom Amtsgericht Chemnitz beauftragt. +++
+++ Als eines der ersten Verfahren der neuen Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff Lautenbach ging die Insolvenz an Christian Graf Brockdorff. Vielleicht wollten die Insolvenzrichter in Neubrandenburg der frisch fusionierten Sozietät eine Anregung für ein Festmahl geben? Denn einer der Gründe für das gestörte Kaviargeschäft war ein gescheiterter Deal mit 700 Kilogramm der exklusiven Ware, die Graf Brockdorff zuallererst unter das Volk bringen musste.