Kienbaum mit neuer Anwalts-Studie

Unter dem Titel „Das Problem: Der Anwalt. Schlummernde Erfolgsfaktoren in deutschen Anwaltskanzleien“ präsentiert Dieter Baumert, Seniorberater der Düsseldorfer Kienbaum Management Consultants, jetzt seine zweite Studie über aktuelle Trends im deutschen Anwaltsmarkt. Sein Fazit: „Die internen Aufgaben eines professionelles Managements werden von den meisten deutschen Sozietäten zwar als notwendig erkannt, es fehlt jedoch häufig an klaren Zuordnungen dieser Aufgaben und vor allem an Ressourcen zu ihrer Bewältigung.“Wie für seine erste Untersuchung „Herausforderungen in überörtlich tätigen Rechtsanwaltskanzleien“, die vor gut einem Jahr erschien, führte Baumert seine Erhebung per Fragebogen durch, diesmal bei 86 von bundesweit 186 überörtlich tätigen Sozietäten. Neben der Auswertung der gut 45% Rücklaufbögen veranlasste Baumert auch seine Erfahrungen aus praktischer Beratertätigkeit in der Zwischenzeit zu weiteren Thesen, einige davon unbequem für die Adressaten. So seien viele der bisherigen Kanzleizusammenschlüsse „eher ein Zeichen von Schwäche als ein Merkmal von Stärke“ und dienten häufig als Ausweg für unzureichende Profitabilität. Insbesondere bei den Mergers zwischen britischen und deutschen Lawfirms dürfte es sich vielfach um unfriendly take overs durch britische Kanzleien handeln.“ Als Grund nennt Baumert eine „unzureichende Profilierung des Dienstleistungsspektrums deutscher Anwaltskanzleien“ inmitten eines Marktes, den Baumert im Wandel zu einem Käufermarkt sieht.

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Der Trend zu Großfusionen im Anwaltsmarkt legt Baumert zufolge zur Zeit zwar „eine kurze Atempause oder Konsolidierungsphase“ ein. Den Ergebnissen seiner Umfrage zufolge haben sich dabei aber im vergangenen Jahr „weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit auch kleinere Sozietäten zu größeren Einheiten zusammengeschlossen“. Baumert verzeichnet etwa ein Viertel mehr Kanzleien mit mehr als vier Standorten.

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