Die Umstände der Trennung Junkers von Kübler wurden allseits als harmonisch bezeichnet. Dr. Bruno Kübler kommentierte, man sei „freundschaftlich auseinander gegangen“. Dr. Franz-Ludwig Danko, leitender Partner und Arbeitsrechtler im Dresdner Kübler-Büro, fand es „bedauerlich, dass Junker die Sozietät verlässt“. Im Zuge der Neuausrichtung von Kübler habe sich aber die Frage gestellt, in welcher Form die Kanzlei zukünftig intern geführt werde. „Er wollte jetzt einen eigenen Weg gehen und sich nicht in ein Gremium einbinden lassen“, ergänzte Kübler. Junker selbst wollte sich zu den Motiven seiner Entscheidung nicht äußern.
Hintergrund der Trennung könnte allerdings die jüngste Neustrukturierung der Führungsebene bei Kübler sein. Nachdem im April die Kanzlei der Heilbronner Insolvenzverwalterin Bettina E. Breitenbücher mit Kübler fusioniert hatte, konnte im August der ehemalige sächsische Innenminister Klaus Hardraht als neuer geschäftsführender Partner gewonnen werden. In dem neu geschaffenen vierköpfigen Gremium geschäftsführender Gesellschafter sind damit außer Seniorpartner Dr. Bruno Kübler ausschließlich Anwälte vertreten, die der Kanzlei erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit angehören: Neben Hardraht und Breitenbücher ist dies Danko, der 1998 von Nörr Stiefenhofer Lutz kam.
Mit dem vor allem als Insolvenzverwalter in Ostdeutschland aktiven Junker verließen zwei Kübler-Anwälte die Kanzlei, die bereits länger in den Büros Dresden und Berlin tätig waren. Zwei weitere Anwältinnen folgten Junker, arbeiteten allerdings erst einen Monat in seinem Team bei Kübler. Bei Dr. Junker & Kollegen sind künftig sechs Anwälte tätig. Die Kanzlei verfügt über bundesweit vier Büros: neben Dresden und Berlin noch Chemnitz und Köln. Junker sagte, absoluter Schwerpunkt seiner neuen Kanzlei bleibe das Insolvenzrecht. (Jörn Poppelbaum)