Lehmans Gläubigerausschuss wird von einem Team von Milbank Tweed Hadley & McCloy unter der Leitung von Dennis Dunne, dem Kopf der Restrukturierungs-Praxis beraten. Milbank war in gleicher Rolle ebenfalls bei der Enron-Pleite tätig.
Die Buchprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) wurden mit der Abwicklung des europäischen Geschäfts der Bank beauftragt. PwC war seinerzeit auch an der Abwicklung des Energiehandelskonzerns Enron beteiligt.
In Deutschland hat die Bafin ein Zahlungs- und Veräußerungsverbot gegenüber der Tochter Lehman Brothers Bankhaus AG verhängt. Die Bank ist hierzulande an die Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Der Sicherungsfonds soll nach Handelsblatt-Informationen durch den Zusammenbruch von Lehman mit rund sechs Milliarden Euro be- und damit überbelastet sein. Denn nach Angaben des Bundesfinanzministeriums beträgt das Volumen des Einlagensicherungsfonds etwa 4,6 Milliarden Euro. Lehman soll in Deutschland Verbindlichkeiten von insgesamt 14,3 Milliarden Euro haben.
Auch die deutschen Anwälte betroffener Banken und Versicherer dürften derzeit mit dem Lehmann-Zusammenbruch vollauf beschäftigt sein. So hat beispielsweise die Münchner Rück ihr Engagement bei Lehman auf 350 Millionen Euro beziffert, die Allianz spricht von 400 Millionen Euro Maximalbelastung.
Inzwischen kaufte die britische Barclays Bank Kernbereiche und Immobilien der US-Investmentbank für umgerechnet gut 1,2 Milliarden Euro. Dazu gehören das New Yorker Hauptquartier von Lehman und zwei Rechenzentren, das nordamerikanische Investmentbanking- und Kapitalmarktgeschäft sowie mehrere kleinere Abteilungen. Barclays wurde in diesem Deal von einem Londoner Clifford Chance-Team begleitet sowie von einem New Yorker Team von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton. Laut US-Medien soll Sullivan & Cromwell bei der Transaktion Lehman beraten haben.