München

Doppelter Verlust für Hogan & Hartson

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  • JUVE

Hogan & Hartson Raue verliert im Münchner Büro zwei ihrer Partner: Dr. Uwe Steininger (53) und Dr. Jochen Schäfer (58) verlassen die US-Kanzlei zum Juni. Steininger hat noch keine endgültige Entscheidung über seinen weiteren Weg getroffen, Schäfer wird mit der Münchner Sport - und Medienrechtskanzlei Duvinage kooperieren. Steininger hatte sich Hogan vor zwei Jahren angeschlossen, zuvor hatte er von 2001 an das Münchner Büro von SJ Berwin aufgebaut. In diesem Segment hatte der Private-Equity-Spezialist damals schon Erfahrung: 1997 gehörte er zu dem Team, das für Baker & McKenzie in der bayrischen Landeshauptstadt ein Büro eröffnete.

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Die Zusammenarbeit mit Hogan habe sich in dem gemeinsam festgelegten Zeitrahmen nicht so realisieren lassen, wie sich beide Seiten dies vorgestellt hätten, sagte Steininger. „Wir wollten Private Equity in den regulierten Märkten aufbauen. Der Markt ist aber in den vergangenen zwei Jahren auch ohne diesen spezifischen Fokus schwächer geworden“, so Steininger weiter. Diese Aufstellung funktioniere zwar für die US-Büros der Kanzlei, wo sie im Segment Aviation und Highways etwa gut aufgestellt sei. „Für den deutschen Markt war dieser Fokus aber offenbar zu eng, oder wir waren einfach zu früh mit dieser Idee. Ich habe mich deshalb entschieden, meine 25-jährige Erfahrung in Private Equity und sonstigen Alternative Assets, sowohl bei der Strukturierung von Fonds und anderen Finanzinstrumenten als auch bei Transaktionen in Deutschland, Europa und USA, insbesondere auch in Hinblick auf meine in den letzten zehn Jahren gesammelten Erfahrungen im Mittleren Osten, in einer geeigneteren Konstellation umsetzen.“

Steininger prüft derzeit noch für sich selbst folgende Alternativen: Den Wechsel zu einer Investmentbank, den Aufbau einer eigenen Private-Equity-Kanzlei oder einer neuen Sozietät gemeinsam mit anderen.

Schäfer hat seine Entscheidung bereits getroffen, er wird seinen Schwerpunkt in der Beratung der Sportbranche ausweiten. Seine berufliche Laufbahn hatte er als Syndikus bei Adidas begonnen, später war er in eigener Kanzlei, dann fünf Jahre bei Beiten Burkhardt in Nürnberg tätig. Von 2000 bis 2005 arbeitet er bei Rödl & Partner in Nürnberg. Schäfer ist seit Jahren Generalsyndikus des Weltverbands der Sportartikelindustrie und berät den europäischen Verband mit Sitz in Brüssel umfangreich. Zu seinen Mandanten zählen zudem Unternehmen aus der Sportartikelindustrie und Eventmanager, die er bei Projekten umfassend begleitet und etwa auch im Vertriebs- und Lizenzrecht berät.

„Durch die starke Branchenanbindung und die Verstärkung des Sportbereichs sehe ich die Chance, mein Profil besser voranzubringen“, so Schäfer. „Eine Großkanzlei wie Hogan hat nun einmal bestimmte Ablaufstrukturen und ich glaube, dass ich mein originäres Beratungsgeschäft in einer Boutiquenlösung besser umsetzen kann.“

Der Münchner Standort von Hogan reduziert sich mit diesen Partnerabgängen wieder deutlich. Vier Partner, ein Counsel und zwei Associates arbeiten hier weiterhin. Die Kanzlei versucht die entstandene Lücke mit Hilfe einer Strategie zu füllen, die jedenfalls in der Vergangenheit nicht funktioniert hat: Sie schickt einen Anwalt vom Berliner Büro nach München. Der Gesellschafts- und Medienrechtler Dr. Dirk Besse wird an die Isar wechseln.

2004 hatte bereits Dr. Jan Hegemann diesen Schritt vollzogen, inzwischen ist er aber wieder zurück in Berlin. Zudem wird München von dem Berliner Partner Dr. Gernod Meinel gemanaged. Dieses Mal jedoch wechselt mit Besse ein gebürtiger Bayer – eine lokale Verbindung, die Hogan schon mit der Aufnahme von Schäfer in die Partnerschaft erreichen wollte.

Der Standort München wird insgesamt nicht in Frage gestellt: Die US-Kanzlei will dieses Büro beibehalten, nicht zuletzt wegen der Nähe zu EADS/Airbus und NewsCorps, weltweit wichtige Mandanten der US-Kanzlei. Sie wird sich künftig auf die Themen Medien, Life Science und auch Corporate/Private Equity fokussieren.

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 20. Mai 2008

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