Frankfurt

Neue Corporate-Kanzlei mit erfahrenen Anwälten

In Frankfurt ist eine neue Corporate-Boutique an den Start gegangen: Vier erfahrene Partner aus den Frankfurter Büros von Buse und Lachner Westphalen Spamer sowie zwei Einzelanwälte haben sich zum Juli zusammengeschlossen. Mit ihrer neuen Einheit Barckhaus fokussieren sie sich auf eine breite Corporate-Beratung, drei der sechs Gründungspartner bringen zudem Inhouse-Erfahrung mit.

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Die Partner Andrea Metz (54) und Dr. Alexander Wolf (49) waren zuvor als Partner im Frankfurter Buse-Büro tätig, Metz stieß allerdings erst 2021 hinzu. Die Corporate- und Restrukturierungsspezialistin war zuvor 20 Jahre lang bei Luther tätig. Sie gehörte dort unter anderem den Teams an, die den britischen Luftfahrtkonzern IAG bei dessen Geboten für Air Berlin und Niki begleiteten und den Private-Equity-Investor Metropolitan berieten zum Kauf eines German-Pellets-Werks aus der Insolvenz.

Andrea Metz

Ein weiterer Fokus ihrer Tätigkeit liegt auf M&A-Deals, vor allem mit Frankreich-Bezug. Vor ihrer Kanzleitätigkeit war sie Justiziarin beim Hamburger Musical-Konzern Stella.

Auch Wolf berät zu Corporate- und Restrukturierungsthemen. Für Unternehmen aus den Branchen Automotive, IT, Technologie und Finance führt er regelmäßig Gerichtsverfahren – auch vor Finanzgerichten. Zudem berät er regelmäßig bei mittelständischen Unternehmenstransaktionen, wie zuletzt bei strategischen Zukäufen der Dedalus Group in Deutschland von zwei marktführenden Anbietern von Laborsoftware, OSM und ixmid, jeweils auf Verkäuferseite.

In diese Beratung ist die ebenfalls von Buse zu Barckhaus wechselnde Associate Sevim Korkut eingebunden, die auch im Bank- und Finanzdienstleistungsrecht berät.

Inhouse-Erfahrung aus diversen Branchen

Auch der Kapitalmarktexperte Florian Stahl (49) war einst bei Buse tätig, führte zuletzt aber die Rechtsanwaltsgesellschaft der ‚btu beraterpartner‘, eine Steuerberatungseinheit mit Sitz in Oberursel. Er bringt wie Metz Inhouse-Erfahrung mit, denn er war sowohl bei Compushare als auch der Beteiligungsgesellschaft Altira (heute Finlab) als Corporate Counsel angestellt.

Florian Stahl

Zu seinen aktuellen Mandanten zählen etwa Inaia, ein Finanzunternehmen aus den Bereich Islamic Finance, das er im Kapitalmarkt- sowie Gesellschaftsrecht berät, oder einst die börsennotierte Auden bei der Restrukturierung ihres Portfolios sowie der Abwehr von Investorenklagen zur Vorstandshaftung. Zudem berät er Unternehmen gesellschaftsrechtlich, die keine eigene Rechtsabteilung haben.

Die Mitbegründer Dr. Jochen Eichhorn (62) und Dr. Georg Lange (54) waren beide zuvor Partner bei der Frankfurter Kanzlei Lachner Westphalen Spamer (LWS). Eichhorn, seit 2006 bei LWS, bringt aus seiner Zeit als stellvertretender Leiter der Rechtsabteilung von UBS Deutschland sowie als Abteilungsdirektor Recht des BVI Bundesverband Investment und Asset Management umfangreiche Erfahrung vor allem aus dem Privatkundengeschäft mit.

Auch ein Banken-Jurist ist dabei

In seiner Kanzleitätigkeit konzentrierte sich Eichhorn auf Bank- und Finanzdienstleistungsrecht, worin er vor allem Banken, Wertpapier- und Finanzdienstleister sowie Kapitalverwaltungsgesellschaften aus dem In- und Ausland berät. Neben deutschen Family Offices und Immobilienfondsgesellschaften berät er auch diverse Einzelmandanten bei der zivilrechtlichen Aufarbeitung der Cum-Ex-Thematik.

Der ehemalige LWS-Anwalt Lange ist langjährig im Gesellschaftsrecht und M&A tätig, sowie mit Unternehmensnachfolgen befasst. Darüber hinaus berät er ausländische Investoren in ihrem Inbound-Geschäft und steht Family Offices in operativer Funktion und als Stiftungsvorstand zur Seite. 

Der sechste Mitgesellschafter Dr. Kay-Michael Schanz (63) beriet zuletzt unter eigenem Namen. Davor war er einige Zeit unter der Flagge von der Frankfurter Kanzlei Schalast & Partner tätig, nachdem er bei verschiedenen Banken Inhouse-Erfahrung gesammelt hatte, darunter Commerzbank und der Schweizerischer Bankverein (heute UBS). Zu seinem Mandantenstamm zählen auch junge Unternehmen, die er etwa bei Finanzierungen, M&A-Transaktionen und Börsengängen berät.

Französischer Schwerpunkt

Die sechs zusammengekommenen Anwälte decken die Kernbereiche Corporate, Finanzen und Restrukturierung für die mittelständische Mandantschaft ab. Ein Charakteristikum ist die von nahezu allen Anwälten gepflegte Verbindung zum französischen Markt, denn sie können alle in französischer Sprache beraten. Daher greifen Unternehmen aus dem Nachbarland bei Käufen aus deutschen Insolvenzen, aber auch bei klassischen M&A-Transaktionen auf die Mannschaft zurück

Buse büßt Partner ein, LWS löst sich auf

Die Buse-Partnerschaft war schon die vergangenen Monate von Abgängen geprägt: Die Frankfurter Arbeitsrechtspartnerin Dr. Kathrin Petras ist Anfang des Jahres zur MDP-Einheit Andersen gewechselt, zeitgleich ging der Transaktionsanwalt Wolfgang Meding zu Heussen.

Auch in München gab es zwei Abgänge: Der Gesellschaftsrechtler Dr. Thomas Hausbeck wechselte zu SKW Schwarz und der Vergaberechtler Daniel Bens schloss sich Arnecke Sibeth Dabelstein an.

Zuletzt wurde auch aus dem Hamburger Büro bekannt, dass die Energierechtlerin Christina Monticelli aus privaten Gründen die Kanzlei verlässt und der IP-Rechtler Gösta Schindler in seiner eigenen Kanzlei weiter berät. 

Das Frankfurter Buse-Büro zählt weiterhin sechs Partner, zwei Associates, einen of Counsel und zwei spanische Anwältinnen. 

Die Sozietät Lachner Westphalen Spamer hingegen hat sich mit den Weggängen von Eichhorn und Lange aufgelöst: Namenspartner und Notar Dr. Constantin Lachner arbeitet als Einzelanwalt unter Lachner Law weiter und der frühere Mitgesellschafter Dr. Hansgeorg Spamer setzte mit dem Familienrechtler Tobias Kummer und dem Immobilienrechtler Morten Mehler die Einheit K/M/S Rechtsanwälte auf.

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