Neue Struktur

KPMG Law sucht engere Anbindung an Mutter

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  • JUVE

KPMG Law gibt sich ab Januar eine neue Organisationsstruktur. In deren Zentrum stehen vier sogenannte Solution Lines, die sich künftig stärker an der Aufstellung der Muttergesellschaft KMPG orientieren und die Zusammenarbeit untereinander erleichtern sollen. Die Umsetzung verantwortet der neue Geschäftsführer Mathias Oberndörfer. Bisher hatte KPMG Law weniger als andere Rechtsberatungsarme der großen vier Prüfungsgesellschaften die Anbindung an das Mutterhaus gesucht.

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Oberndörfer_Mathias
Oberndörfer_Mathias

Die vier Solution Lines lösen die 12 bisherigen Praxisgruppen ab, die lediglich organisatorisch weiter bestehen bleiben. Hintergrund sei das steigende Interesse der Mandanten an Lösungen, die alle relevanten Fachbereiche vereinen, so Oberndörfer. Die beiden neuen Gruppen Öffentlicher Sektor sowie Banken und Versicherungen richten sich an bestimmten Mandanten aus. Die Einheit Legal Deal Advisory berät rund um den Kauf und Verkauf von Unternehmen. Das Team für Legal Operations schließlich arbeitet zu strategischen und prozessorientierten Veränderungen, beispielsweise zu Fragen rund um Industrie 4.0. Der Ausbau von Legal-Tech-Lösungen sowie auf ihnen aufbauende Dienstleistungen soll dabei eine große Rolle spielen.

Die Einheit für Legal Operations wird von dem Düsseldorfer Compliance-Experten Dr. Konstantin von Busekist geführt und ist personell und wirtschaftlich die stärkste der vier Gruppen. Von den bundesweit 220 Berufsträgern gehören ihr 100 an, darunter sind 11 Partner. Zweitgrößtes Team mit 10 Partnern und gut 60 Berufsträgern ist die Einheit für Legal Deal Advisory, an deren Spitze der Düsseldorfer Corporate-Experte Maximilan Grönung steht. Es folgen schließlich die durch den Berliner Öffentlichrechtler Moritz Püstow geführte Solution Line für den Public Sector mit 40 Berufsträgern (7 Partner) und die Gruppe für Financial Services unter dem Frankfurter Aufsichtsrechtsexperten Markus Lange mit 20 Anwälten (5 Partner).

Mit der neuen Struktur will KPMG Law die Rechtsgebiete noch stärker miteinander verzahnen und sich noch enger an das eigene internationale Netzwerk anbinden. Zwar betont die Kanzlei, ihre Eigenständigkeit nicht aufgeben zu wollen, dennoch ist die neue Struktur eine Abkehr von dem in den vergangenen Jahren verfolgten Kurs. „Jetzt lassen wir die Gründungsphase hinter uns und stellen uns solide für weiteres Wachstum auf“, sagte Oberndörfer. Unter der langjährigen Führung von Dr. Manfred Kessler, der als Architekt der bisherigen Aufstellung galt, suchte KPMG Law weniger als andere Rechtsberatungsarme der Big-Four-Gesellschaften die Anbindung an das Mutterunternehmen.

Anfang Oktober war Kessler überraschend aus der Geschäftsführung ausgeschieden und hatte KPMG verlassen, der Nürnberger Partner Oberndörfer, bisher Vorstand für den Public Sector, rückte zunächst kommissarisch an die Kanzleispitze. Über die Gründe des Ausscheidens war damals viel spekuliert worden, jedoch wurde immer offensichtlicher, dass einigen Gesellschaftern das Wachstum der Kanzlei nicht schnell genug ging. Überdies hatte die Expansion der anderen Big-Four-Anwaltsgesellschaften KPMG Law unter Druck gesetzt. Beschlossen worden war die jetzige Wachstumsstrategie dem Grunde nach bereits vor einem Jahr. (René Bender)

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