Neuer Prozessfinanzierer

Ex-Foris-Chef macht sich selbstständig

Ein Team um den früheren Foris-Chef Dr. Volker Knoop hat einen Prozessfinanzierer gegründet. Das Unternehmen heißt Calvor und bezeichnet sich als ‚Gesellschaft für Prozessfinanzierung und Konfliktmanagement‘. Die Einheit will sich auf Verfahren mit einem Streitwert zwischen 100.000 und 15 Millionen Euro konzentrieren – und wäre damit im Spektrum des rasant wachsenden Marktes für Prozessfinanzierungen im mittleren Segment angesiedelt.

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Volker Knoop

Knoop war bis Ende 2020 eines von zwei Vorstandsmitgliedern des Bonner Prozessfinanzierers Foris. Zum Gründungsteam von Calvor gehört zudem Christoph Schubert (41). Der war ebenfalls bis 2020 bei Foris zuletzt als Managing Director Dispute Resolution zuständig unter anderem für D&O-Haftung und Insolvenzrecht. Schubert stößt zu Calvor nach einem Intermezzo bei dem Beratungsunternehmen Consignum, einem Dienstleister für Insolvenzverwalter. 

Calvor agiert in Deutschland operativ selbstständig, gehört aber zu dem britischen Prozessfinanzierer Asertis, von dem die Finanzierungsmittel stammen. Fachliche Schwerpunkte des neuen Finanzierers sollen zunächst im Handels- und Gesellschaftsrecht, D&O-Haftungsrecht sowie im Insolvenzrecht liegen. Perspektivisch könnten Streitigkeiten im Kartell-, Patent- oder Steuerrecht hinzukommen. Zum Januar will Calvor eine Repräsentanz in München eröffnen, das Team soll auf etwa fünf Mitarbeiter wachsen.

Boom in der Prozessfinanzierung

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Christoph Schubert

Das Unternehmen gehört in eine Reihe von Gründungen und Büroeröffnungen, die der deutsche Markt seit einigen Jahren erlebt. Noch bis vor wenigen Jahren dominierten in der Prozessfinanzierung Foris sowie Legial und Roland Prozessfinanz, die beide Teile von Versicherungskonzernen waren. Inzwischen ist Roland von dem internationalen Finanzierer Omni Bridgeway übernommen worden. Erst im Frühjahr eröffnete der internationale Prozessfinanzierer Deminor ein Büro in Hamburg, das von dem früheren Latham & Watkins-Litigation-Anwalt Dr. Malte Stübinger geleitet wird.

Auch der Schweizer Finanzierer Nivalion hat heute Büros in Deutschland, an Bord sind unter anderem frühere Anwälte von Clifford Chance und Jones Day. Dass Anwälte aus Spitzenkanzleien zu Prozessfinanzierern wechseln, ist eine neuere Entwicklung. Foris gewann als Nachfolger für Knoop den früheren General Counsel von United Internet und GfK, Frederick Iwans, als Vorstandsmitglied. Der Branchenprimus Burford beschäftigt deutsche Anwälte und soll seit längerem ebenfalls mit der Eröffnung eines deutschen Büros liebäugeln.

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