Paukenschlag bei Baker & McKenzie

Sieben Top-Partner gehen zu Skadden und Milbank

Baker & McKenzie steht in Deutschland vor einem tiefen Einschnitt: Die Kanzlei verliert an verschiedenen Standorten einen Großteil ihrer wichtigsten Corporate- und Finance-Partner. Die Gesellschaftsrechtler wechseln zu Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom, die Bankrechtler zu Milbank, Tweed, Hadley & McCloy.Verlassen werden Baker die Corporate-Partner Dr. Bernd Mayer (41, München), Dr. Peter Veranneman (40, Düsseldorf), Dr. Walter Henle (49, Frankfurt) und Dr. Matthias Jaletzke (44, Düsseldorf), gefolgt von dem Münchner Non-Equity-Partner Dr. Lutz Zimmer. Wann sie bei Skadden ihre Arbeit aufnehmen, steht noch nicht fest. Es wird aber mit einem kurzfristigen Wechsel gerechnet.

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Die bislang in Deutschland recht unauffällig agierende US-Kanzlei legt mit der Aufnahme der fünf Baker-Partner ein neues Engagement an den Tag. Zum einen eröffnet sie ein neues Büro in München. Zum zweiten wird das Frankfurter Büro von Skadden deutlich größer, denn neben den Frankfurter Partnern werden auch die Baker-Anwälte, die bislang in Düsseldorf tätig waren, an den Main gehen.

Die Abgänge aus der Corporate-Abteilung von Baker kommen einige Monate nachdem die Kanzlei in München schon mit Dr. Andreas Hoffmann einen wichtigen jüngeren Partner verloren hatte und daraufhin die Abteilung umstrukturiert hatte. So musste beispielsweise Henle von München nach Frankfurt wechseln. Henle geht nun wieder zurück in die bayrische Landeshauptstadt. Inwieweit die jetzige Entscheidung der Corporate-Partner mit den Umstrukturierungen zu tun haben, ist bislang nicht klar.

Neben dem Corporate-Team muss auch die Finance-Praxis von Baker Federn lassen. Die beiden wichtigsten Akquisitionsfinanzierungs-Partner Dr. Rainer Magold (49) und Dr. Christina Ungeheuer (40) wechseln zu Milbank. Sie verleihen der bislang kleinen Frankfurter Präsenz der US-Kanzlei deutlich mehr Gewicht.

Mit den beiden äußerst renommierten Anwälten könnte es Milbank zudem schaffen, auf dem Gebiet der Akquisitionsfinanzierung auf einen Schlag in die Topliga in Deutschland vorzudringen. Damit ist ihr ein ähnlicher Coup gelungen wie im Private-Equity-Bereich, als sie Ende Mai mit Dr. Peter Nussbaum, Dr. Norbert Rieger und Dr. Rolf Füger von Freshfields drei der führenden Private-Equity-Anwälte gewonnen hatte.

Was der Verlust der beiden Finance-Anwälte für die Zukunft der Praxis bei Baker bedeutet, ist noch nicht genau absehbar. In jedem Fall steht sie nun erheblich schwächer da, zumal sie schon vor einem Jahr mit Stephen Hodgson einen weiteren anerkannten Finance-Partner an White & Case abgeben musste.

Es ist damit zu rechnen, dass die Baker-Partner sowohl zu Skadden als auch zu Milbank ihre Associates mitbringen. (Jörn Poppelbaum, Antje Neumann, Dorothee Loos)

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