Im Zuge der Fusion hat die Kanzlei einen Kriterienkatalog erarbeitet, der über die Qualität der eigenen Arbeit in Insolvenzverfahren Auskunft geben soll. „Leonhardt Westhelle & Partner will hier neue Maßstäbe setzen und wird freiwillig regelmäßig über die durchschnittliche Dauer der Verfahren, die Quote für die Gläubiger, die Zahl der Betriebsfortführungen sowie der erhaltenen Arbeitsplätze berichten“, so Partner Peter Leonhardt.
Leonhardt & Partner mit Stammsitz Berlin hatte in der jüngsten Vergangenheit schon eine Ausweitung der insolvenzrechtlichen Tätigkeit über die Region hinaus angestoßen und Büros in Hagen, Kiel und Dresden eröffnet.
Auch Dithmar Westhelle mit Ursprung in Kassel war lange Zeit eher regional gebunden und auf dieser Ebene ähnlich erfolgreich wie Leonhardt. Nachdem das Bundesverfassungsgericht den Insolvenzgerichten aufgegeben hat, ihre Listen mit Insolvenzverwaltern zu öffnen, und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen seit einiger Zeit deutlich zurückgeht, stehen die Insolvenzverwalterkanzleien vor einem erhöhten Konkurrenzdruck. Größere Zusammenschlüsse zwischen Kanzleien hat es als Reaktion bisher nicht gegeben. Viele Sozietäten versuchen stattdessen aus eigener Kraft, zusätzliche Standorte zu schaffen und dadurch mehr Präsenz an Insolvenzgerichten zu zeigen.
Aufsehenerregende Fusionen unter Insolvenzkanzleien, die allerdings anders motiviert waren, liegen einige Jahre zurück. Die Verbindungen von Kübler und Pluta sowie Wellensiek und Grub hielten allerdings nur ein Jahr bzw. vier Jahre, bevor wegen strategischer Differenzen und ausgebliebener Synergieeffekte die fusionierten Einheiten wieder in ihre Ursprungsteile auseinandergingen. Nur die 2002 fusionierten Kanzleien Hess Wienberg Freund & Partner sowie Brandenburg & Wilhelm sind weiterhin als hww Wienberg Wilhelm tätig, wenn auch ohne den Mitgründer Dr. Harald Hess, der kurz nach dem Zusammenschluss im Streit ausgeschieden war und seitdem unter eigenem Namen tätig ist.