Beide fokussieren sich auf die Beratung von Unternehmen und Einzelpersonen, die sich durch Medienberichte verletzt sehen. Diesen Beratungsschwerpunkt wollten beide unter einem gemeinsamen Dach im Markt weiter voranbringen. Nun gehen sie aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Ausrichtung der gemeinsamen Kanzlei wieder getrennte Wege.
Tanja Irion ist schon seit vielen Jahren als Einzelkämpferin im Markt unterwegs und verfolgt einen anderen Ansatz als Dünnwald. Ihr Geschäft besteht nicht aus der reinen presserechtlichen Verteidigung, sondern stärker aus der strategischen Kommunikationsberatung von Unternehmen. Schon vor der Zeit mit Dünnwald arbeitete sie auch mit Kommunikationsagenturen zusammen. Diesen Ansatz verfolgt sie nun wieder stärker in Eigenregie – dabei wird sie zunächst von einer Anwältin aus der alten Kanzlei begleitet und kooperiert außerdem mit externen Anwälten.
Dünnwald war viele Jahre lang bei der damals noch unter Prinz Neidhardt Engelschall firmierenden renommierten Presserechtskanzlei tätig. Dort stand er insbesondere für die Vertretung von Unternehmen in Krisensituationen. Zum Neustart seiner eigenen Kanzlei nimmt er eine Associate von Irion Dünnwald mit, die sich unter anderem auch auf die Beratung zu datenschutzrechtlichen Themen konzentrieren wird.
Diese Neuausrichtung zweier Akteure im engen Hamburger Markt der Presse- und Medienrechtler steht in einer Reihe von Veränderungen. Dünnwalds Weggang im April 2018 folgte rund ein Jahr später das Zerbrechen der Nachfolgekanzlei Prinz Lüssmann Perten, als die Partner auseinandergingen. Dr. Nina Lüssmann und Dr. Volker Perten gingen im Frühjahr 2019 zu Buse Heberer Fromm, als Prinz Rechtsanwälte firmiert seitdem der andere Teil der Kanzlei. Auch die alteingesessene Hamburger Medienrechtsboutique Unverzagt von Have erfuhr zum Jahreswechsel eine Neuerung, als sich der langjährige Namenspartner und Spezialist in der Beratung von Filmprojekten, Harro von Have, selbstständig machte: Seine ehemalige Kanzlei firmiert seitdem unter Unverzagt. (Anika Verfürth)