Die Bank will das Servicezentrum mittelfristig mit 500 bis 700 Mitarbeitern besetzen, die sich mit Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken befassen. Wie es aus Deutsche Bank-Kreisen heißt, rechnet das Unternehmen aber derzeit damit, dass der Anteil der Juristen dabei gering sein wird. Den Anfang macht die Rechtsabteilung in London, die britisch-qualifizierte Juristen für die Betreuung von so genannten Trade Finance Dokumenten und die Unterstützung des Londoner Rechtsabteilung bei Transaktionen im Nahen Osten und Asien sucht.
Aber auch Arbeiten der deutschen Inhouse-Juristen, etwa Standardanfragen aus dem Kreditrisikomanagement, sollen künftig in Berlin bearbeitet werden. Es handelt sich dabei um Aufgaben, die auf Paralegal-Niveau barbeitet werden können. Dadurch sollen Kapazitäten für höherwertige Aufgaben in der Rechtsabteilung unter Führung des General Counsels Arne Wittig geschaffen werden. Es zeichnet sich ab, dass die künftig in Berlin erledigte Arbeit komplexer sein wird, als die, die bislang in der Servicegesellschaft in Indien erledigt wird.
Berlin ist sicherlich kein typischer Standort für Near-shoring. Die Stadt hat sich jedoch in einem globalen Vergleich durchgesetzt. Vor allem die Vielzahl an Hochschulen hat dabei eine Rolle gespielt, gibt sie der Bank doch die Möglichkeit, das benötigte Personal vor Ort zu rekrutieren. Im Vergleich vor allem zu London und auch zu Frankfurt ist die deutsche Hauptstadt darüber hinaus auch immer noch deutlich günstiger.