Thomas gehört seit Jahren zur unumstrittenen Führungsriege der deutschen Verteidiger. Dass er allmählich seinen Rückzug aus dem Berufsleben vorbereitet, zeichnete sich schon seit längerem ab. So trat er etwa im Deutsche-Bank-Prozess noch während der Hauptverhandlung in die zweite Reihe zurück.
Lang ist die Liste von prominenten Wirtschaftsstrafverfahren der vergangenen Jahrzehnte, an denen Thomas beteiligt war. Er vertrat Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, war am Hoeneß-Prozes beteiligt, und auch der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer vertraute in einem Schadensersatz-Prozess gegen seinen früheren Arbeitgeber auf Thomas. Der Strafrechtler bedauerte in einem JUVE-Interview vor einigen Jahren vor allem, dass der Holzschutzmittel-Prozess in den 1980er-Jahren ohne ihn stattfand.
Seine aktuellen Mandate, darunter die Vertretung des früheren Arcandor-Chefs Thomas Middelhoff, wird Thomas zunächst weiterführen. Falls erforderlich, werde allenfalls längerfristig gemeinsam mit den Mandanten eine neue Lösung gesucht.
„Ich kann guten Gewissens nach mehr als drei Jahrzehnten des Verteidigereinsatzes meine Tätigkeit zurückschrauben, weil ich weiß, dass Thomas Deckers Wehnert Elsner auch für die Zukunft hervorragend aufgestellt ist“, sagte Thomas. Seine Kanzlei verfügt über eine Reihe hoch angesehener Strafrechtler, allen voran Namenspartnerin Dr. Anne Wehnert, aber etwa auch Dr. Simone Kämpfer und die beiden weiteren Namenspartner Dr. Rüdiger Deckers und Thomas Elsner. Der prominenteste Anwalt ist jedoch Thomas. Insgesamt sind in der Boutique nun zwölf Partner tätig.
Für das Rheinland ist es der zweite Rückzug eines angesehenen Strafverteidigers: Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte sich bereits der Kölner Prof. Norbert Gatzweiler teilweise aus der aktiven Anwaltschaft verabschiedet. Auch er betreut jedoch ausgewählte Mandate weiter.