Sanierung nach MBO

Insolvenzplan für Waggonbau Niesky

Mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Frank-Rüdiger Scheffler von Tiefenbacher Rechtsanwälte und dem Sanierungsberater Jörg Spies von der Kanzlei PKL Keller Spies gibt es gleich zwei Anwälte, die sich um das Wohl der WBN Waggonbau Niesky kümmern. Das bis vor kurzem zu Bombardier gehörende Unternehmen in der Oberlausitz produziert mit rund 250 Mitarbeitern Güterwaggons. WBN war 2005 als erfolgreiches Management-Buy-out gestartet, litt allerdings zuletzt unter Lieferengpässen und Kostensteigerungen im Einkauf. Nach Auskunft von PKL soll Spies noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens als weiterer Geschäftsführer der WBN eingesetzt werden und einen Insolvenzplan erstellen. +++

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+++Dr. Volker Grub von Grub Brugger & Partner führt die Geschäfte des Wendlinger Automotive-Unternehmens Behr, seitdem die Firma Anfang November Insolvenz anmelden musste. Behr stellt vor allem Zierteile für Autos der oberen Preisklasse her. Als der bisherige Großkunde Mercedes-Benz einen Auftrag für die Ausstattung der E-Klasse zurückzog, geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Finanzierung eines Neubaus am bayrischen Standort Wallerstein, wo allein 270 Mitarbeiter beschäftigt sind, überforderte Behrs finanzielle Struktur. Allerdings hat sich Grub bereits zuversichtlich über die Zukunft des Zulieferers geäußert, denn von Mercedes gibt es trotz des Rückziehers für die E-Klasse einen langfristigen Auftrag für die Ausstattung der C-Klasse. +++

+++In den Bereich Automotive gehört ebenfalls die Insolvenz des Anlagenbauers R+S Technik aus Offenbach. Dr. Richard Scholz von Wellensiek Rechtsanwälte wurde vom dortigen Amtsgericht als Insolvenzverwalter bestellt. Mit R+S-Anlagen stellen Autozulieferer Innenverkleidungen her. Das Familienunternehmen hatte viel Geld in die Entwicklung von Maschinen investiert, die Autoteile unter Beimischung von Naturfasern produzieren können. Da diese Maschinen bisher nur auf geringe Nachfragen stießen, rutschte R+S in die roten Zahlen. Von den rund 130 Mitarbeitern arbeitet ein Großteil am Standort Offenbach und erhält mittlerweile Insolvenzgeld, während Scholz Presseberichten zufolge mit mehreren internationalen Investoren verhandelte. +++

+++Der Schuster Umweltdienst, eine Entsorgungfirma aus Gummersbach mit 140 Mitarbeitern, hat im November Insolvenz angemeldet. Dr. Rüdiger Werres von der Kölner Kanzlei Heidland Werres Diederichs wurde vom Amtsgericht Köln mit der Verwaltung des Unternehmens beauftragt. Von der Insolvenz betroffen sind ebenfalls die Firmen Truck Service und SDS. Der Insolvenzantrag war trotz des kurzfristigen Einstiegs eines Investors, der RMG Rohstoffmanagement aus Wiesbaden, nötig geworden. Hohe Investitionen in ein Entsorgungszentrum und der gleichzeitige Preisverfall bei der Gewerbemüll-Entsorgung hatten die Zahlungsfähigkeit beeinträchtigt. Insolvenzverwalter Werres hat die Lohnzahlungen von Oktober bis Dezember 2007 gesichert, nun arbeitet er mit der bisherigen Geschäftsführung an einem Fortführungskonzept.

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