Schuldenberge in Ost und West

„Wertpapiere mit einmaligen Konditionen“ waren die Inhaber-Teilschuldverschreibungen der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West (WBG) laut Eigenwerbung – so einmalig, dass die WBG im Juni Insolvenz anmelden musste. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Lucas Flöther von Feigl & Partner bestellt, der übrigens an der Universität Halle Praktikerseminare zum Insolvenzrecht veranstaltet. Dort kann er demnächst über die Aufarbeitung eines Falles mit 44.000 geprellten Anlegern und einem Schuldenberg von 290 Millionen Euro berichten. Die 120 Mitarbeiter der WBG werden vorerst weiter beschäftigt.+++

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+++Eine Woche nach der WBG stellte die DM Beteiligungen AG Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Düsseldorf setzte Horst Piepenburg von Piepenburg – Gerling Rechtsanwälte als Insolvenzverwalter ein. Auch die DM hatte Inhaber-Teilschuldverschreibungen mit hoher Rendite verkauft, bei DM wie bei der WBG ist der Nürnberger Kaufmann Jürgen Schlögel der „beherrschende Hintermann“, wie es in einer Pressemitteilung von Anlegerschützern heißt. Die Stiftung Warentest und andere Verbraucherschützer hatten seit längerer Zeit davor gewarnt, Schuldverschreibungen von einer der beiden Gesellschaften zu erwerben: ein Zinssatz 6,75 Prozent, der zuletzt von der WBG versprochen wurde, habe auf ein hohes Risiko hingedeutet.+++

+++Risikoreiche Zeiten auch für den Aachener Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Steeg (JUVE 06/06): Der Anwalt, der früher einmal als Spielervermittler für Fußball-Bundesligavereine tätig war, hatte zwischen 2001 und 2005 über eine Million Euro aus Insolvenzmassen veruntreut. „Unter anderem hat er nach eigenen Angaben von dem veruntreuten Geld für seine Frau zwei Hautrcremes im Wert von 1.100 Euro gekauft“, so ein Sprecher des Aachener Landgerichts. Anfang Juni verurteilten ihn die Aachener Richter wegen Untreue und Betrug in 317 Fällen zu vier Jahren Haft.+++

+++Einen ersten Erfolg hat White & Case-Partner Dr. Klaus Pannen als Insolvenzverwalter der Nier GmbH verzeichnen können: Am Standort Lübeck übernimmt die GPE-Gruppe den medizintechnischen Geschäftsbereich, der vor allem für die Drägerwerke arbeitet. Dadurch bleiben 73 Arbeitsplätze erhalten. Aufgrund der langjährigen Beziehungen des Käufers zu dem Hauptkunden Dräger scheint die Übernahme erfolgversprechend: „Neben der Gewissheit, dass sämtliche Arbeitsplätze des Geschäftsbereichs Nier Lübeck MBW erhalten bleiben, hat mich auch das Fortführungsmodell der GPE-Gruppe überzeugt“, sagte Pannen.

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