Der Namenspartner, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Dr. Eberhard Braun, erklärte, dass der Schritt auf Initiative von Schultze & Braun erfolgt sei. Die Entscheidung sei bereits vor Monaten im alten Jahr gefallen. „Ich war selber überrascht, dass das nicht früher ans Licht der Öffentlichkeit gelangt ist“, sagte Braun.
Der bekannte Insolvenzverwalter, zuletzt bei Fairchild Dornier eingesetzt und bis vor wenigen Wochen Kurzzeit-Vorstandsvorsitzender des insolventen Grundig-Konzerns, machte deutlich, dass das Ende der Beziehung zu PwC nicht in direktem Zusammenhang mit den Entwicklungen bei PwC Veltins gestanden habe. Allerdings seien für ihn die Auswirkungen des amerikanischen Sarbanes-Oxley-Acts ebenfalls relevant gewesen: „Die WP-Gesellschaften sind nicht mehr dieselben wie vor fünf Jahren. Damals stand eine Ausweitung ihrer Aktivitäten in Aussicht, jetzt haben sie ein massives Problem mit jeglicher Beratungstätigkeit. Das war auch in der insolvenznahen Beratung zu spüren.“
Zudem war Braun persönlich vor einigen Monaten heftig dafür kritisiert worden, dass er als Wirtschaftsprüfer im Vorfeld der Insolvenz des Flugzeugbauers Fairchild Dornier eine Überschuldungsanalyse im Auftrag von PwC durchgeführt hatte und danach zum Insolvenzverwalter bestellt wurde. Dies brachte ihm den Vorwurf fehlender Unabhängigkeit ein. „Diese Phantomdiskussion über die Unabhängigkeit von Verwaltern wird durch unseren Schritt beendet. Wir nehmen unseren Kritikern damit ihr Hauptargument“, sagte Braun.
Die Kanzlei geht sogar noch einen Schritt weiter: In Zukunft werden bei Schultze & Braun der Beratungs- und der Verwaltungszweig rechtlich völlig voneinander getrennt. (Jörn Poppelbaum)