Michael Grupp, CEO und Gründer von Bryter:
„Das internationale Angebot ist viel zu gut“
Selberbauen – das sollte man mit Dingen tun, die man selbst überhaupt bauen kann. Der Traum des deutschen KI-Modells ist seit Aleph Alpha ausgeträumt und das internationale Angebot ist viel zu gut. Die großen Sprachmodelle werden ständig besser, funktional vielfältiger und schneller. Wer zeitgemäße, wettbewerbsfähige und erschwingliche Technik anbieten will, sollte diese Modelle nutzen – und das tun fast alle.
Auch bei der Entwicklung unseres KI-Assistenten Beamon kommen internationale Sprachmodelle zum Einsatz, mit den neuesten Versionen und ständig aktualisiert. Wir hosten bei einem Hyperscaler in Frankfurt/Main und für manche Kunden auch in einer Privat-Cloud, aber immer auf der besten Technologie. Natürlich ist das sicher und berufsrechtskonform, mit allen Zertifizierungen und Zusatzvereinbarungen. Spezielle Funktionen wie Anonymisierungsfilter und Löschkonzepte sichern auch hochsensible Daten doppelt und dreifach ab.
Mangelnde Qualität lässt sich auch nicht mit Souveränitätsgefühlen aufwerten. Oder benutzen Sie selbstgebastelte Browser, deutsche Textverarbeitung, oder wenigstens europäische Computer? Nein? Aber ausgerechnet bei der KI soll es jetzt die Marke Eigenbau sein? Heute zählen Geschwindigkeit und Fortschritt mehr denn je – das ist der falsche Zeitpunkt, das Rad neu zu erfinden.
Dr. Leif-Nissen Lundbæk, CEO & Gründer von Noxtua: „Eine eigene KI-Infrastruktur ist ein Wettbewerbsvorteil“
Umgekehrt gefragt: Lassen Sie Ihren Hausschlüssel in der Tür stecken und gehen einfach? Wenn Sie wirkliche Sicherheit wollen, dann können Sie die KI-Infrastruktur der bekannten Hyperscaler nicht nutzen. Spätestens seit Microsofts General Counsel im französischen Senat unter Eid gesagt hat, dass er nicht garantieren kann, dass Kundendaten aus der EU in die USA abfließen, muss die Situation eigentlich allen klar sein.
Ja, es ist für den KI-Anbieter anfangs aufwändiger, eine eigene KI-Infrastruktur aufzubauen – aber genau diese Investition ermöglicht erst eine wirklich überlegene User Experience und volle Kontrolle. Ergebnis: wesentlich schnelleres Prozessieren, vorhersagbare Performance und die Freiheit, innovative Features zu entwickeln, die durch Skalierungseffekte möglich werden.
Wer hingegen auf die Infrastruktur der Hyperscaler setzt, gibt neben der Sicherheit die Kontrolle über Performance, Innovation und letztlich die User-Experience aus der Hand. Und gewisse Gruppen wie die Justiz oder Verwaltung können uns wegen unserer eigenen, sicheren KI-Infrastruktur überhaupt erst nutzen. Eine eigene KI-Infrastruktur ist also nicht nur möglich, sondern in Zeiten geopolitischer Volatilität ein Wettbewerbsvorteil – gerade im Bereich des Rechts, wo ein unabhängiges Rechtswesen Garant für die Rechtsstaatlichkeit und somit unabdingbar für die Demokratie ist.