Spanien

Kanzleien steigern 2008 den Umsatz um elf Prozent

Kaum eine andere europäische Volkswirtschaft leidet derzeit so stark unter den Folgen der Immobilien- und Finanzkrise wie Spanien. Doch für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigten sich die Umsätze der iberischen Wirtschaftskanzleien davon noch unbeeindruckt. Im Durchschnitt elf Prozent Umsatzplus erzielten die Kanzleien, wie aus aktuellen Zahlen hervorgeht, die das Wirtschaftsmagazin 'Expansion' Anfang Juli veröffentlichte.Die Rangfolge der umsatzstärksten Kanzleien blieb in 2008 nahezu unverändert. Weiterhin führt ein Triumvirat aus Garrigues (296,8 Millionen Euro; plus 15 Prozent), Cuatrecasas Gonsalves Pereira (240,6 Millionen Euro; plus 7 Prozent) und Uria & Menendez (174,8 Millionen Euro; plus 8 Prozent) den iberischen Markt an. Auch auf den Plätzen vier bis sechs gab es keine Veränderungen. An vierter Stelle der umsatzstärksten spanischen Kanzleien rangiert die WP-Kanzlei Landwell mit einem Erlös von 115,8 Millionen Euro. Clifford Chance erwirtschaftete 74,7 Millionen und sicherte sich trotz eines mageren Umsatzplus von 1 Prozent Platz 5, gefolgt von KPMG Abogados mit 67,2 Millionen Euro.

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Mit durchschnittlich elf Prozent wuchs der spanische Anwaltsmarkt im vergangenen Jahr nicht mehr in dem Maße wie zuvor. 2007 lag die Steigerung noch bei 16 Prozent. Astronomische Wachstumsraten um die 30 Prozent wie zu Beginn des Jahrtausends erreichen die iberischen Sozietäten schon lange nicht mehr. Marktbeobachter geben zudem zu bedenken, dass eine Reihe von Kanzleien ihre Bücher Ende Juni schließen, so dass die Zahlen für 2008 noch nicht den Einbruch der spanischen Immobilienwirtschaft sowie die weltweite Finanzkrise berücksichtigen.

Angesichts einer Rekordarbeitslosigkeit von fast 18 Prozent, einer tiefgreifenden Immobilienkrise – über viele Jahre hinweg war die Bauindustrie Motor der spanischen Volkswirtschaft – sowie eines rückläufigen M&A-Marktes erwarten spanische Anwälte kaum Wachstum für 2009.

In der aktuell schwierigen Zeit vermeldete die nach Umsatz siebtstärkste Kanzlei Gomez-Acebo & Pombo Ende Juni den Zusammenschluss mit Rodes & Sala. Die Sozietät war bislang spanische Netzwerkkanzlei von GSK Stockmann & Kollegen und Nabarro (Großbritannien). Laut britischen Presseberichten ging dem Zusammenschluss allerdings ein Exodus von acht der zwölf Rodes-Partner voran. GSK kündigte an, auch unter der Flagge von Gomez-Acebo weiter mit den ehemaligen Rodes-Partnern zusammenzuarbeiten.

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 13. Juli 2009

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