Mit durchschnittlich elf Prozent wuchs der spanische Anwaltsmarkt im vergangenen Jahr nicht mehr in dem Maße wie zuvor. 2007 lag die Steigerung noch bei 16 Prozent. Astronomische Wachstumsraten um die 30 Prozent wie zu Beginn des Jahrtausends erreichen die iberischen Sozietäten schon lange nicht mehr. Marktbeobachter geben zudem zu bedenken, dass eine Reihe von Kanzleien ihre Bücher Ende Juni schließen, so dass die Zahlen für 2008 noch nicht den Einbruch der spanischen Immobilienwirtschaft sowie die weltweite Finanzkrise berücksichtigen.
Angesichts einer Rekordarbeitslosigkeit von fast 18 Prozent, einer tiefgreifenden Immobilienkrise – über viele Jahre hinweg war die Bauindustrie Motor der spanischen Volkswirtschaft – sowie eines rückläufigen M&A-Marktes erwarten spanische Anwälte kaum Wachstum für 2009.
In der aktuell schwierigen Zeit vermeldete die nach Umsatz siebtstärkste Kanzlei Gomez-Acebo & Pombo Ende Juni den Zusammenschluss mit Rodes & Sala. Die Sozietät war bislang spanische Netzwerkkanzlei von GSK Stockmann & Kollegen und Nabarro (Großbritannien). Laut britischen Presseberichten ging dem Zusammenschluss allerdings ein Exodus von acht der zwölf Rodes-Partner voran. GSK kündigte an, auch unter der Flagge von Gomez-Acebo weiter mit den ehemaligen Rodes-Partnern zusammenzuarbeiten.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 13. Juli 2009