Standort-Glaubwürdigkeit

Autor/en
  • Aled Griffiths

Der Wechsel der Freshfields-Hochkaräter Ralph Wollburg und Achim Kirchfeld zu Linklaters ist in seiner Bedeutung kaum zu unterschätzen.

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Für die meisten Marktbeobachter steht dabei die klare Verstärkung für Linklaters im Vordergrund. Von den nachteiligen Folgen ihres Rückzugs aus Köln ist dagegen seltener die Rede.Da sind zum einen die Konsequenzen für Linklaters in Deutschland: Einige Partner in Berlin, Frankfurt und (etwas weniger) auch München warten sorgenvoll, ob die Ereignisse in Köln für sie Folgen haben werden. Unter den Anwälten, die den Wechsel rheinabwärts nicht mitmachen, sind manche bekannte Namen – ob auf eigenen Wunsch oder qua Kanzleiorder, hängt davon ab, wen man fragt. Einige dieser Partner haben mindestens so renommierte Praxen wie ihre Kollegen in den anderen deutschen Linklaters-Büros. Damit stellt sich ganz natürlich die Frage, ob eine weitere Ausdünnung der Equity-Partnerränge bevorsteht. Besonders die Corporate-Praxis würde damit noch straffer fokussiert und besser für einen Angriff auf Freshfields und Hengeler Mueller aufgestellt.

Schwieriger sieht es mit den Folgen für die Nachwuchsgewinnung aus. In Juristen-Blogs sind Kommentare von Referendaren und jungen Anwälten zu lesen, die Blitzschläge dieser Art künftig auch an anderer Stelle befürchten. Die Linklaters-Personalabteilung wurde von der angekündigten Schließung vollkommen überrascht – für das Kölner Büro hatte man selbstverständlich kräftig rekrutiert. Die Sozietät lädt sich damit ein massives Glaubwürdigkeitsproblem auf und müsste sich mit höchster Priorität daran machen, ihre Reputation in Bewerberkreisen zu retten. In Düsseldorf wird die Kanzlei zweifelsohne einige Spitzenkandidaten locken können. Ein abschreckendes Image als rücksichtsloser Arbeitgeber kann sich Linklaters jedoch nicht leisten.

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