Steuergeheimnis

Der Bankkunde in Europa wird gläsern

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  • JUVE

Angesichts der andauernden Diskussionen über Steueroasen arbeiten Schweizer Banken an der Bereinigung ihrer Depots. Mit der Credit Suisse, UBS und Julius Bär fordern die größten Häuser ihre Kunden auf, ihre Steuerehrlichkeit nachzuweisen. Credit Suisse und Julius Bär sollen den Anlegern sogar ein Ultimatum bis Ende 2013 gestellt haben. Aus vertraulichen Dokumenten, die JUVE vorliegen geht hervor, dass einzelne Banken seit März begonnen haben, ihre Bestandskunden telefonisch anzusprechen und ihnen "eine Saldierung der Konten zum Jahresende anzukündigen, wenn nicht die zuvor geforderten Nachweise erbracht werden."

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Aus vertraulichen Dokumenten, die JUVE vorliegen, geht hervor, dass einzelne Banken seit März begonnen haben, ihre Bestandskunden telefonisch anzusprechen und ihnen „eine Saldierung der Konten zum Jahresende anzukündigen, wenn nicht die zuvor geforderten Nachweise erbracht werden.“ So heißt es in einem bankinternen Dokument, in dem das Vorgehen gegenüber den Kunden beschrieben wird.

Auch innerhalb der EU fallen die letzten Bastionen: Luxemburg hat angekündigt, ab 2015 am automatischen Informationsaustausch teilzunehmen, in Österreich sehen Experten des Ende des Bankgeheimnisses nur noch als Frage der Zeit an. Zwar leistet Österreichs Finanzministerin Maria Fekter mit Verweis auf die britischen Offshore-Steueroasen noch Widerstand, doch „es ist klar, dass auf Dauer alle EU-Länder gezwungen werden, am Informationsaustausch teilzunehmen, die aktuellen Entwicklungen erhöhen den Druck“, sagt Beiten Burkhardt-Partner Dr. Guido Krüger, der viele Selbstanzeigen berät.

Schätzungen zufolge sind in Österreich rund 23 Milliarden Euro aus Deutschland angelegt. Das Bankgeheimnis und die steuerliche Diskretion ist bei vielen Kunden ein wichtiges Motiv für ein Konto jenseits der Grenze. Vor allem Regionen wie das Kleinwalsertal oder Jungholz sind beliebt. Hinzu kommt, dass die Alpenrepublik wegen der Steuerprivilegien für Privatstiftungen große Vermögen ins Land lockt.

Von den aktuell 27 Mitgliedern der Europäischen Union informieren sich derzeit 25 Mitglieder über die Kapitalerträge ihrer Bankkunden. Stoßen nun Luxemburg und Österreich dazu, wird sich auch der Schweizer Staat nicht mehr mit dem Verweis auf beide Länder gegen den Informationsaustausch stellen können – und damit seinen Banken folgen.

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