FDP-Landeschef Walter Döring würdigte den seit sechs Jahren amtierenden Goll als einen der erfolgreichsten Justizminister Baden-Württembergs. Goll setzte sich unter anderem für den Einsatz der elektronischen Fußfessel, nachträgliche Sicherungsverwahrung und die sofortige Verurteilung von Kleinkriminellen ein.
Der 52-jährige promovierte Arbeitsrechtler wurde 1982 zum Professor der Staatlichen Fachhochschule Ravensburg-Weingarten ernannt. Er hatte verschiedene Ämter in der baden-württembergischen Kommunal- und Landesverwaltlung inne und war vor seinem Amtsantritt von 1995 bis 1996 Personalleiter beim Südwestfunk Baden-Baden.
Mit dem Wechsel zu der renommierten Heidelberger und Stuttgarter Insolvenzkanzlei betritt Goll berufliches Neuland, denn dem offiziellen Lebenslauf ist eine frühere Anwaltstätigkeit nicht zu entnehmen. Eine Stellungnahme der Kanzlei über das zukünftige Einsatzfeld des Noch-Justizministers war bisher nicht zu erlangen.
Mit Goll wechselt innerhalb von kurzer Zeit ein zweiter Landesminister in eine der großen deutschen Insolvenzkanzleien. Seit Anfang August ist der ehemalige sächsische Innenminister Klaus Hardraht Partner im Dresdner Büro von Kübler. (Jörn Poppelbaum)