Schröder berät im Energie- und Regulierungsrecht mit Fokus auf die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Energiewende. Große Erfahrung bringt er insbesondere im Bereich Wasserstoff- und Gasinfrastruktur, Speicher, Netzentgeltregulierung, sowie Energie- und Emissionshandel mit. Neben Transaktionen steht Schröder vornehmlich für streitige Verfahren im regulierten Energiesektor.
Bei Taylor Wessing trifft Schröder auf eine aufstrebende Praxis. Am Düsseldorfer Standort wird er eng mit Dr. Markus Böhme zusammenarbeiten, dessen Spezialisierung er ergänzt: Böhme ist eher im Strombereich mit kartellrechtlichem und vertraglichem Einschlag tätig.
Der Schritt kommt überraschend schnell: Erst Anfang 2024 war Schröder von Hogan Lovells zu Freshfields gewechselt, wo er den Generationswechsel im Energie- und Infrastrukturfeld mit einleiten und das Energieressort führen sollte. Zuvor hatte er bei Hogan Lovells die globale Energy Transition Group geleitet.
Für Schröder dürfte Taylor Wessing eine passende Plattform sein, um sein kernregulatorisches Geschäft weiter auszubauen – aber auch, um seine Mandanten mit einem anderen Preisniveau in größere Projekte zu begleiten.
Taylor Wessing beschäftigt rund 45 Berufsträger in dem Sektor, davon mit Schröder 16 Equity-Partner. Den Energiesektor versteht sie als einen ihrer Kernbereiche und berät Unternehmen, Investoren und öffentliche Akteure bei technologie- und regulierungsgetriebenen Vorhaben, von Infrastruktur- und Transformationsprojekten über Investitionen und M&A-Transaktionen bis hin zu wettbewerbs-, außenwirtschafts- und regulatorischen Fragestellungen.
Freshfields verliert nächsten Regulierungs-Experten
Für Freshfields wiegt der Weggang nur bedingt schwer – auch wenn die Kanzlei damit weiteres Regulierungs-Know-how einbüßt. Bereits zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres Ende April hatte sich der langjährige Energiekartellrechtler Dr. Ulrich Scholz (60), dessen Nachfolge Schröder antreten sollte, aus der aktiven Partnerschaft zurückgezogen. Er verstärkt seit Juni die Kölner Energieboutique Leitfeld als of Counsel.
Scholz hatte die Energie- und Infrastrukturpraxis von Freshfields über mehr als zwei Jahrzehnte maßgeblich geprägt, unter anderem mit der Beratung beim milliardenschweren Aktientausch zwischen RWE und E.on. Zuvor war aus seinem Team bereits der erfahrene Associate Dr. Hendrik Wessling als Counsel zu CMS Hasche Sigle nach Düsseldorf gewechselt.
Mit dem Weggang Schröders verliert Freshfields binnen weniger Monate gleich mehrfach regulatorische Expertise. Einige auf energieregulatorische Themen spezialisierte Associates gehören weiterhin zum Team. Im Ergebnis belegt die Entwicklung aber den Trend, dass sich die Kanzlei im Energiesektor künftig noch stärker auf Transaktionsprojekte fokussiert.
Die Praxis wird von Corporate-Partner Dr. Gregor von Bonin geführt. Weiterhin gehören die Hamburger Corporate-Partnerin Dr. Natascha Doll und der Counsel Mirko Masek zum Kernteam, das neben den Corporate-Spezialisten mit Andreas Ruthemeier, der etwa zeitgleich mit Schröder für den nachhaltigen Aufbau der Energiepraxis geholt wurde, auch in der Finanzierungspraxis verankert ist.