Telekomprozess

Linklaters-Partner Harrer sagt aus

Autor/en
  • JUVE

Im Musterverfahren gegen die Deutsche Telekom AG hat der Linklaters-Partner Dr. Herbert Harrer gestern vor dem Oberlandesgericht Frankfurt als Zeuge ausgesagt. In dem seit Anfang April laufenden Verfahren (Telekom-Prozess gestartet) werfen 16.000 Anleger dem Bonner Konzern vor, einen fehlerhaften Verkaufsprospekt zur dritten Tranche der Aktienemission des Unternehmens erstellt und dabei bedeutende Tatsachen verschwiegen zu haben. Aus diesem Grund fordern sie Schadensersatz.

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Das Beweisthema der heutigen Zeugenaussage: War dem Kapitalmarktrechtler Harrer als Berater der Telekom-Anteilseignerin Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) etwas über die Fusionspläne der Telekom mit dem US-Wettbewerber Voicestream bekannt?

Harrer versicherte, während der Zeichnungsfrist im Rahmen der dritten Telekom-Emission im Juni 2000 nichts von einem bevorstehenden Kauf des US-Mobilfunkanbieters Vociestream gewusst zu haben. Von der Übernahme habe er erst Ende Juli durch eine Ad-hoc-Mitteilung erfahren. Zudem sei er nicht bei Kaufverhandlungen oder der Vorbereitung von Aufsichtsratssitzungen beteiligt gewesen.

Harrer hatte damals zu einem Team von Oppenhoff & Rädler Linklaters & Alliance-Anwälten gehört, die die staatseigene KfW-Gruppe bei den Börsenplatzierungen der Telekom begleiteten.

Er war dabei insbesondere für die Umplatzierung der Aktien zuständig. Vier Jahre später beriet Harrer die KfW dann auch beim Verkauf eines Telekom-Aktienpakets in Höhe von rund vier Milliarden Euro an institutionelle Investoren. Diese Transaktion stellte seinerzeit die größte Aktienplatzierung in Deutschland seit dem Börsengang der Deutschen Post im Jahr 2000 dar.

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