Die Kanzleien gaben an, dass insbesondere ihre Prozessführungspraxen ein starkes Jahr hinter sich haben. Doch auch die Rückkehr zu einem stabilen Transaktionsgeschäft habe positiv zu den Ergebnissen beigetragen. So berät etwa Gibson Dunn den Softwarehersteller Oracle bei der feindlichen Übernahme von PeopleSoft, während O’Melveny die Private Equity-Praxis durch den Zukauf einer New Yorker Kanzlei verstärkte.
Dagegen nehmen sich die Halbjahreszahlen der Londoner Top-Kanzleien bescheiden aus. Die meisten haben dem englischen Branchenblatt ‚The Lawyer‘ zufolge in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres kein Wachstum zu verzeichnen. Im Vergleich dazu sind die US-Kanzleien auch in der englischen Hauptstadt wesentlich erfolgreicher. Dank vieler Seiteneinsteiger legten sie teilweise um mehr als zehn Prozent zu.
Mit ihren auf Corporate Finance und Finanzrecht fokussierten Praxen sind sie aber auch wesentlich überschaubarer als die ihrer einheimischen Wettbewerber. Shearman & Sterling ist mit 118 Anwälten in London sogar etwas kleiner als in Deutschland. Allerdings setzte Shearman im vergangenen Jahr mit 2,1 Millionen Pfund (ca. 3,1 Millionen Euro) mehr pro Partner um, als die Kollegen der britischen Top-Kanzlei Slaughter and May. Auch die Partner von Weil Gotshal & Manges (zwei Millionen Pfund bzw. 2,95 Millionen Euro) und Skadden Arps Slate Meagher & Flom (2,7 Millionen Pfund bzw. vier Millionen Euro) stehen besser als britische Partner da.