Noch wichtiger als das Umsatzplus ist für die Kanzlei jedoch die nochmals erhöhte Produktivität. So stieg der ohnehin außergewöhnlich hohe Umsatz pro Berufsträger (UBT) noch einmal um 1,2 Prozent, obwohl Weil Gotshal erstmals seit drei Jahren wieder ihr Team (um 7,8 Prozent) vergrößerte. In den beiden Vorjahren hatte sie den UBT vor allem durch die Verringerung ihrer Associate-Zahl deutlich gesteigert.
Mit 997.000 Euro Umsatz pro Berufsträger verfehlte Weil Gotshal nun die Marke von einer Million Euro nur denkbar knapp. Mit einem solch hohen UBT bewegt sich die Kanzlei in einer Größenordnung wie sonst nur Skadden Arps Slate Meagher & Flom, die beispielsweise 2010 etwas über eine Million Euro je Berufsträger umsetzte. Beim Umsatz pro Partner steht sie sogar noch weit besser da. Fast 5,5 Millionen Euro vereint in der hierarchisch organisierten Kanzlei jeder der gerade einmal zehn Partner rechnerisch auf sich. Dies sind noch einmal 9,1 Prozent mehr als schon 2010.
Das liegt auch daran, dass es der Kanzlei gelingt, ihr Team zu stabilisieren. Denn das Personalwachstum spielt sich vor allem auf Associateebene ab, so dass sich auch die zuletzt stark gesunkene Leverage wieder leicht auf 4,5 erhöht. In den vergangenen Jahren war die Leverage kontinuierlich zurückgegangen. So kamen 2007 noch 6,2 Associates auf einen Partner.
Traditionell machen vor allem Transaktionen den Hauptteil des Geschäfts aus. Die Praxis um das Aushängeschild der Kanzlei Prof. Dr. Gerhard Schmidt war dabei auch 2011 wieder bei einer ganzen Reihe hochkomplexer Deals eingeschaltet, abermals vielfach aus dem sanierungsnahen Segment. Bekannt ist Weil Gotshal vor allem für ihre Arbeit an der Seite von Finanzinvestoren und Hedgefonds. Allerdings verschob sich die Arbeit zuletzt ein wenig in Richtung einer stärkeren Arbeit für Industrieunternehmen. Nur ein Beispiel dafür war die Beratung des Sanitärarmaturenherstellers und Stammmandanten Grohe bei dessen Übernahmeangebot für den chinesischen Konkurrenten Joujou (mehr…). (René Bender)