Umsatz 2020

Freshfields-Erlöse bleiben hinter dem Vorjahr zurück

Freshfields Bruckhaus Deringer verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr 2020/21 ein leichtes Umsatzminus. Die Kanzlei erwirtschaftete in Deutschland rund 442,5 Millionen Euro, das sind zirka 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Beim Umsatz pro Berufsträger mussten die deutschen Büros erneut Federn lassen. In Österreich stieg der Umsatz dagegen auf 59,1 Millionen Euro, auch der UBT legte zu.

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Markus Paul
Markus Paul

Die Kanzlei erreichte in Deutschland einen Umsatz pro Berufsträger (UBT) von rund 845.000 Euro, das ist ein leichtes Minus von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt sie erneut deutlich hinter der wichtigen Konkurrentin Latham & Watkins, die ihren UBT auf 1,076 Millionen Euro verbesserte. Magic-Circle-Kollegin Clifford Chance bleibt allerdings weiter hinter Freshfields zurück: Clifford gibt für das Geschäftsjahr 2020/21 einen ebenfalls leicht gesunkenen UBT von 746.000 Euro an.

Das Minus bei Freshfields kommt zwar für viele Marktbeobachter überraschend. Dr. Markus Paul, neuer Managing-Partner für Kontinentaleuropa, bezeichnete den Geschäftsverlauf aber als „entgegen den Erwartungen im Angesicht der einsetzenden Pandemie am Anfang des Geschäftsjahres als sehr erfolgreich“. Dies liege zum einen an langfristig laufenden Mandaten in der Konfliktlösung. In der Bedeutung eher noch wachsende Dauermandate im Dieselkomplex hätten einen maßgeblichen Beitrag geleistet.

Doch auch die Transaktionsberatung trug erheblich zum Geschäftsverlauf bei. Der coronabedingte Lockdown habe zwar das M&A-Geschäft im ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres getroffen, sagte Paul. Im weiteren Verlauf habe die Kanzlei ein sehr aktives Dealgeschäft verzeichnet – sowohl Unternehmen als auch Private-Equity-Häuser mandatierten die Kanzlei für eine Vielzahl von Projekten, darunter etwa das Übernahmeangebot von Vonovia für Deutsche Wohnen. Die Finanzierungsberater waren gleichzeitig extrem ausgelastet, unter anderem mit Mandaten von Banken im Zusammenhang mit Hilfsmaßnahmen für von der Pandemie besonders betroffene Konzerne wie die Lufthansa.

Die Zahl der Berufsträger ging in Deutschland um 1,4 Prozent leicht zurück und belief sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf 523,6 Vollzeitstellen (FTE). In Österreich verringerte sich die Zahl der Juristen deutlicher um knapp 6,4 Prozent auf 79,2 FTE. Der Umsatz pro Jurist belief sich in Österreich auf 746.000 Euro, kletterte also um fast 13 Prozent.

Weltweit im Plus

Auf globaler Ebene hatte die Kanzlei Ende Juli einen Umsatz von rund 1,59 Milliarden britischen Pfund (umgerechnet 1,86 Milliarden Euro) gemeldet, das entspricht einem Umsatzplus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland steht für grob ein Viertel des Gesamtumsatzes der Kanzlei, den weltweiten Zuwachs erreichte die deutsche Partnerschaft also nicht.

Der Gewinn pro Equity-Partner stieg im vergangenen Geschäftsjahr ebenfalls. International lag er bei 1,91 Millionen Pfund (rund 2,26 Millionen Euro).

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