Ricker hatte 2002 gemeinsam mit einigen Rechtsanwälten die deutsche Patentabteilung von Jones Day gegründet. Seither leitete er das in München ansässige Team aus zuletzt neun Patentanwälten. Der Chemie- und Pharmaexperte Ricker gilt als ihr bekanntester Name.
Bei Wallinger wird er einen neuen technischen Zweig begründen. Bislang war die Kanzlei mit drei Patentanwälten ausschließlich im Maschinenbau tätig. Sie betreut hier namhafte Mandanten aus der Automobilbranche.
Für seinen Wechsel, so Ricker, seien ausschließlich persönlich Gründe ausschlaggebend. Er und Jones Day werden in Zukunft in einzelnen Mandaten weiter zusammenarbeiten, betonten beide Seiten.
Für das aus Patent- und Rechtsanwälten bestehende IP-Team von Jones Day ist der Weggang Rickers der zweite schwere Schlag innerhalb weniger Wochen. Im Januar war bekannt geworden, dass Dr. Friedrich Klinkert das Frankfurter Büro in Richtung Heymann & Partner verlässt. Klinkert gehörte wie Ricker dem Gründungsteam der deutschen IP-Abteilung von Jones Day an.
Beide Weggänge treffen die IP-Praxis zu einem Zeitpunkt, da ihr nach einer langen Aufbauphase ein entscheidender Durchbruch gelungen war. Wettbewerber äußerten sich im vergangenen Jahr anerkennend über die Aufbauleistung von Jones Day im IP. Ein Nachfolger für Ricker sei noch nicht gefunden, sagte ein Sprecher der US-Kanzlei. Allerdings solle künftig der Schwerpunkt Chemie stärker an der Schnittstelle zur Pharma- und Biotech-Branche gelegt werden. Hier verfügt das Jones-Day-Netzwerk über hochkarätige Mandate.