Weserwind

Insolvenzverwalter Heerma erzielt mit Schackow 100 Prozent für Gläubiger

Die Weserwind Offshore Construction zahlt ihren Gläubigern 100 Prozent der anerkannten Insolvenzforderungen aus. Drei Jahre nach dem Antrag endete das Insolvenzverfahren mit der Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubigerversammlung, die am zuständigen Amtsgericht Bremerhaven tagte.

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Heerma_Per_Hendrik
Heerma_Per_Hendrik

Die Summe der rund 1.000 Einzelforderungen belief sich auf 470 Millionen Euro, die allerdings – wie in Insolvenzverfahren üblich – der Prüfung durch den Verwalter Dr. Hendrik Heerma von FRH Fink Rinckens Heerma nicht in derselben Höhe standhielten. Die 100-Prozent-Quote für die geprüften Forderungen kam dem Vernehmen nach durch Zahlungen der mittelbaren Gesellschafterin, der Holding des Stahlproduzenten Georgsmarienhütte, zustande.

Anfang 2015 hatten mehrere Gesellschaften der Weserwind-Gruppe Insolvenz angemeldet. Unternehmenszweck war der Bau von Fundamenten für die Offshore-Windstromerzeugung. Für die Grundstücksgesellschaft der Gruppe bestellte das Bremerhavener Gericht damals Dr. Gerrit Hölzle von Görg. Dieser hatte im vergangenen Herbst ebenfalls eine 100-Prozent-Auszahlung per Insolvenzplan ausgehandelt.

Insolvenzverwaltung
FRH Fink Rinckens Heerma (Hamburg): Dr. Hendrik Heerma (Insolvenzrecht)

Berater Insolvenzverwalter
Dr. Schackow & Partner (Bremen): Dr. Gerhard Liening (Insolvenzrecht)

Berater Gesellschafter
DLA Piper (Hamburg): Dr. Jörg Paura, Dr. Mirjam Rüve (beide Corporate)

Amtsgericht Bremerhaven
Dr. Uwe Lissau (Präsident, Insolvenzrichter)

Hintergrund: Am vergleichsweise kleinen Insolvenzgericht in Bremerhaven fungiert der Amtsgerichtspräsident Lissau auch als Insolvenzrichter. Bedeutung kam dem Gericht regelmäßig bei Werften-Insolvenzen zu, so zum Beispiel 1996 als die Lloyd-Werft als Teil des Bremer Vulkan-Konzerns in Schwierigkeiten geriet. Seinerzeit übernahm der im vergangenen Oktober verstorbene Wolfgang van Betteray die Position des Insolvenzverwalters der Lloyd-Werft. In seinem Team war unter anderem auch Heerma tätig, der jetzt im Kontext Weserwind von Amtsgerichtspräsident Lissau ausdrücklich für seine Arbeit gelobt wurde.

Die insolvenzrechtliche Praxis von Schackow, die mit Partner Gerhard Liening hier an der Aushandlung des Insolvenzplans beteiligt war, hat ebenfalls viele Bezüge zur Schifffahrtsindustrie. Als weiterer Berater zu betriebswirtschaftlichen Fragen setzte Heerma auf Dr. Dietrich Grashoff von Ebner Stolz Mönning Bachem.

DLA-Partner Paura war 2013 von Hogan Lovells zu Bird & Bird, später dann zusammen mit dem Team um Stefan Engels zu DLA Piper gewechselt. Paura war Mitglied des Aufsichtsrats der Georgsmarienhütte-Gruppe.

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