White & Case

Regionen und Praxisgruppen gewinnen an Gewicht

Autor/en
  • JUVE

White & Case hat ihre internationale Management-Struktur überarbeitet. Die Veränderungen sind dabei zu einem wesentlichen Teil Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft McKinsey. Die Kanzleispitze unter Führung des Kanadiers Hugh Verrier hatte die rund viermonatige Untersuchung im Frühjahr in Auftrag gegeben. Ziele: Eine klarere Struktur zu schaffen sowie Verantwortungsbereiche zu definieren, um so auch die Profitabilität zu erhöhen.

Teilen Sie unseren Beitrag

Erst 2007 hatte die Kanzlei ihr oberstes Management neu geordnet. An der Spitze etablierte sie das vierköpfige Executive Committee sowie das mit acht Mitgliedern besetzte Partnership Committee. Beide weltweiten Führungsgremien bestimmen die Leitlinien und haben auch weiter Bestand.

Ergänzend dazu wurden nun die operativen Einheiten neu geordnet. Danach gewinnen die Regionen und Praxisgruppen gegenüber einzelnen Büros an Gewicht. Dafür schuf White & Case die drei Regionalgruppen Amerika, Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) sowie Asien. EMEA ist dabei nochmals in die Bereiche Westeuropa (WEMEA), Zentral- und Osteuropa (CEE) sowie Deutschland unterteilt. Damit solle unter anderem auch den Erfolgen und der Bedeutung der deutschen Büros Rechnung getragen werden, so die Kanzlei.

Als Führungsgremium installierte die Sozietät bei allen drei globalen Regionalgruppen ein Operations Council, dem Partner verschiedener Praxisgruppen angehören. Der Frankfurter M&A-Partner Markus Hauptmann, eines der drei Mitglieder der unveränderten deutschen Führungsspitze, gehört dabei zum siebenköpfigen Operations Council EMEA. Neu eingeführt hat White & Case zudem eine 16-köpfige globale Spitze, das Global Practice Council, deren Mitglieder den einzelnen weltweiten Praxisgruppen vorstehen.

„Nach Jahren des starken weltweiten Wachstums kommt es jetzt darauf an, eine bessere Vernetzung der einzelnen Standorte und Praxisgruppen zu schaffen“, so Markus Hauptmann. „Dem haben wir mit der Neuordnung der operativen Einheiten Rechnung getragen, indem wir kleinere und besser zu managende Führungseinheiten sowie klarere Verantwortlichkeiten geschaffen haben“.

An der bisherigen Struktur war intern etwa aus London Kritik laut geworden. Diese entzündete sich daran, dass unter den acht Mitgliedern des Partnership Committees keines aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich kam, obwohl diese Länder mehr als 40 Prozent zum weltweiten Umsatz beitragen. Die jetzt geschaffene Matrix-Struktur dürfte insofern den Einfluss bedeutender Regionen und Praxen erhöhen.

Weltweite Wirkung hat auch ein zweiter zentraler Beschluss der Kanzlei: Die Sozietät fokussiert sich künftig stärker auf Haupt- und Zielmandanten. Durch diese Ausrichtung sollen interne Konflikte, die durch eine zu große Mandantenbasis entstehen, verringert und gleichzeitig die Profitabilität erhöht werden. „Wir sind mit dem Status Quo nicht zufrieden und denken, dass wir die Lücke zu direkten Wettbewerbern schließen können“, so Verrier. Die Kanzlei müsse bei der Auswahl von Mandanten stragischer vorgehen.

In einem Pilotprojekt setzte die Sozietät zunächst fünf globale Client-Teams für die Konzerne Novartis, Panasonic, Quatar Investment Authority, die Royal Bank of Scotland sowie für die Schweizer Bank UBS ein. Nicht alle dieser fünf Mandatsbeziehungen gehören bislang zu den intensivsten der Kanzlei. (René Bender)

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de