Kommentar

Wie Noerr die M&A-Spitze herausfordert

Autor/en
  • Aled Griffiths

Der Wechsel von Managing-Partner Harald Selzner und drei weiteren Partnern von Latham & Watkins zu Noerr ist der bedeutendste Quereinstieg seit Jahren. Nichts könnte besser die Ambitionen von Noerr verdeutlichen, die Marktführer ernsthaft herauszufordern. Und gleichzeitig zeigt der Wechsel Latham die Entwicklungsgrenzen ihrer Corporate-Praxis auf.

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Doch man kann den Teamwechsel auch so interpretieren: Er zeigt, wie ernst es Latham mit ihrer Deutschlandstrategie ist. Die Kanzlei hat viele Quereinsteiger geholt, um in die Vorstandsetagen der deutschen Industrie vorzudringen. Doch für eine globale Kanzlei mit astronomischer Profitabilität ist gesellschaftsrechtliche Kernarbeit für deutsche Konzerne nur begrenzt interessant. Latham setzt darauf, dass sie globale Transaktionsmandate aus Deutschland heraus exportieren kann – wie beim Kauf des US-Konzerns Varian durch Siemens Healthineers. Nur diese Art von Deals kann mit der Rentabilität der Private-Equity-Praxis mithalten. In gewisser Weise bedeutet der Teamwechsel, dass Latham Opfer des eigenen Erfolgs geworden ist: Es gibt Grenzen, wie viel Partnerzeit in den Ausbau einer inländischen Corporate-Praxis investiert werden kann – und diese Grenzen verschieben sich umso mehr, je weiter die Produktivität in beeindruckende Höhen schnellt. 

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