Kommentar zum Transaktionsmarkt

Auf die M&A-Praxen warten härtere Zeiten

Nach Jahren des Wachstums schrumpft der Transaktionsmarkt – nicht alle sind darauf vorbereitet.

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Man könnte sich freuen über den unnatürlich milden Herbst des Jahres 2022. Der Gedanke an einen harten Winter ist diesmal besonders unangenehm. Aber die Verlangsamung des Wachstums ist ein notwendiges Phänomen, in der Natur wie auch in der Wirtschaft. Deutsche Kanzleien haben die längste Wachstumsphase seit der Liberalisierung des Marktes erlebt. Es gibt eine ganze Generation in den Partnerschaften, die noch nie eine Rezession erlebt hat – abgesehen von den drei Monaten Schockstarre zu Beginn der Pandemie.

Sowohl 2008 als auch 2001 gab es einen schrumpfenden Transaktionsmarkt, und überdimensionierte Teams mussten reduziert werden. Auch wenn die Generation Z es sich vielleicht nicht vorstellen kann: Es gab Entlassungen von Associates und De-Equitizing von Partnern in den M&A-Teams – jedenfalls in Kanzleien, deren Praxis zu einseitig auf Transaktionsarbeit ausgerichtet war.

Das wird wieder passieren. Diesmal aber wird die Situation noch verschärft, weil sich gleichzeitig der Markt im Ganzen verschiebt. M&A ist nicht mehr der Haupttreiber der Profitabilität – und auch nicht mehr unbedingt der Kern wichtiger Mandantenbeziehungen. Vielerorts haben Investigations dank höherer Leverage und höherer Stundensätze M&A den Rang abgelaufen. Und auch die Basis von Mandantenbeziehungen verändert sich, wenn sich General Counsel eher auf Risiken konzentrieren als auf die unternehmerischen Chancen im Transaktionsmarkt. Kanzleien, die von dieser Trendwende überrascht werden, müssen sich warm anziehen.

Der Kommentar stammt aus der aktuellen Ausgabe 12/2022 des JUVE Rechtsmarkt. Hier findet sich auch die große Titelgeschichte, die zum Einzelabruf in unserem Kiosk zur Verfügung steht.

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