Methodik JUVE Handbuch Wirtschafskanzleien

Das JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien hat sich längst zu einem Referenzwerk des deutschen Anwaltsmarkts entwickelt. Umfangreiche Recherchen bei Kanzleien, Unternehmensverantwortlichen, Behördenvertretern und Mitarbeitern aus Justiz und Wissenschaft schaffen die Basis für dieses Buch. Die strikt unabhängig arbeitende Redaktion greift dabei auf mehr als 20 Jahre Erfahrung mit dem Anwaltsmarkt zurück.

Wir wollen Transparenz in einen noch immer unübersichtlichen Markt bringen. Als einem von 12.700 Handbuch-Empfängern in Unternehmen wollen wir Sie bei Ihren Mandatierungsentscheidungen unterstützen. Den 7.400 Anwälten in Kanzleien, die das Buch erhalten, soll das Buch die Möglichkeit eröffnen, die Marktposition ihrer Kanzlei einer kritischen Analyse zu unterziehen. Und mit Hilfe der 500 Exemplare für Gerichte und Universitätsbibliotheken können Jurastudenten und Referendare ihren Berufseinstieg planen.

Unsere Philosophie

Das 34-köpfige, fest angestellte Fachredakteursteam arbeitet unabhängig. Die fachlich spezialisierten Redakteure schreiben und recherchieren parallel nicht nur für das JUVE Handbuch, sondern auch für die anderen JUVE Publikationen:

Nur so, davon sind wir überzeugt, baut sich kontinuierlich Wissen auf, das fundierte Analysen erlaubt. Die Redaktion lässt größte Sorgfalt bei der Auswertung und Analyse der ihr zur Verfügung stehenden Informationen walten. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht dennoch nicht.

Bei den umfangreichen Recherchen entstehen empirische Erkenntnisse verschiedenster Art. Sie bilden die Basis für das, was das JUVE Handbuch ausmacht: Die langjährige Marktkenntnis der Redaktion erlaubt es, die empirischen Ergebnisse zu analysieren und zu gewichten. Wir stellen die Frage, warum Unternehmen sich für bestimmte Kanzleien entscheiden – und warum sie sich zu einem Wechsel entschließen.

Wir vergleichen und analysieren: Welche Kanzleien haben die Bedürfnisse ihrer Mandanten erkannt und mit dem rasanten Wandel dieser Bedürfnisse Schritt gehalten? Empirie ohne Analyse ist für uns bestenfalls die halbe Miete.

Der Akzent der ganzjährigen Recherche liegt deutlich auf persönlichen Gesprächen vor Ort oder per Telefon. Die JUVE-Redaktion ist überzeugt, nur auf diesem Wege, also mit der Möglichkeit gezielter Nachfrage verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Dennoch benutzen auch wir standardisierte Fragebögen für Kanzleien und Mandanten, um die erforderliche Breite der Recherche zu gewährleisten.

Orientierung im JUVE Handbuch

Der redaktionelle Teil (weiße Seiten)

Die Ergebnisse der redaktionellen Recherche sind in fünf Teile gegliedert.

  1. Trends und Entwicklungen: Analyse aktueller Markttrends und Übersicht über zentrale Entwicklungen des vergangenen Jahres.
  2. Die JUVE Top-50-Kanzleien in Deutschland: Ranking und Bewertungen.
  3. Regionen: Hier geht es um Kanzleien und Anwälte, die in ihrer Region die maßgeblichen und tonangebenden Unternehmen bei den für sie wichtigen Entscheidungen beraten. Die Darstellung der Top-50-Kanzleien ist in diesem Abschnitt knapper, da sie ihre Organisation meist eher an Praxisgruppen als an Standorten ausrichten. Entsprechend finden sich genauere Informationen über diese Gruppe von Kanzleien in den Fachgebietskapiteln.
  4. Rechtsgebiete: Hier geht es um Kanzleien und Anwälte, die überregional einen besonderen Ruf und große Bekanntheit im jeweiligen Fachgebiet oder Beratungsbereich genießen.
  5. Serviceteil: Indizes erleichtern es Ihnen, Kanzleien und Anwälte zu finden.

Aufbau der Kapitel

Einführungstexte

Zusammenfassung und Analyse der wesentlichen Trends der Region oder des Rechtsbereichs. Erörtert werden sowohl gesamtwirtschaftliche und rechtliche Tendenzen des jeweiligen Bereichs als auch die wesentlichen Entwicklungen des entsprechenden Anwaltsmarktes.

Kanzleibesprechungen

In alphabetischer Reihenfolge werden die Kanzleien, die nach unserer Recherche eine besondere Reputation genießen, besprochen.

Die Rubriken

Bewertung: Ordnet den Ruf und die aktuelle Entwicklung einer Kanzlei oder Praxis in das Marktumfeld ein. Hier werden außerdem typische Merkmale der Praxis sowie ihr Potenzial und ihre Herausforderungen beschrieben.

Stärken: Besonderheiten der Praxis auf einen Blick.

Oft empfohlen: Berufsträger, die von Mandanten und Wettbewerbern in einem bestimmten Rechtsbereich bzw. einer Region besonders hervorgehoben werden.

Team: Anzahl und Status der Berater in der jeweiligen Region oder im Rechtsgebiet. Die Anwaltszahlen beruhen auf Angaben der Kanzleien und erfassen in den Rechtsgebietskapiteln Berater, die mindestens die Hälfte ihrer Zeit auf das jeweilige Gebiet verwenden.

Partnerwechsel: Für das jeweilige Kapitel relevante Zu- und Abgänge auf Partnerebene.

Schwerpunkte: Wesentliche Tätigkeiten und Erfahrungen der Kanzlei.

Mandate: Kurzdarstellung von Referenzmandaten, die die Kanzleien der JUVE-Redaktion unter Nennung des Mandanten oder in umschriebener Form mitgeteilt haben. Zudem recherchiert die JUVE-Redaktion eigenständig Mandate und wertet öffentliche Quellen aus. Blieben alle Recherchemöglichkeiten ergebnislos, ist dies mit „Keine Nennungen“ vermerkt.

Die JUVE Kanzleienrankings/-tabellen

Die ‚beste deutsche Wirtschaftskanzlei‘ gibt es nicht. Anwälte werden als Dienstleister von Mandanten ebenso subjektiv bewertet wie von Fachkollegen und Wettbewerbern – was der eine hervorhebt, findet der andere irrelevant, was der eine besonders positiv beurteilt, ist für den anderen eher ein Kritikpunkt. Die JUVE Kanzleitabellen basieren auf einer Vielzahl solcher Einschätzungen von Mandanten, Anwälten und Akademikern aus dem In- und Ausland und verfolgen nur ein Ziel: Sie versuchen in der Zusammenschau wiederzugeben, wie diese Marktteilnehmer über den Markt sprechen und denken. Sie bezeichnen Kanzleien als ‚führend‘ oder stufen sie ‚über‘ anderen ein. Obwohl in aller Regel aufgrund eigener Erfahrung wohl fundiert und begründet, bleiben solche Einschätzungen subjektive Meinungen.

Auch die Übersetzung dieser Fülle von Meinungen in eine Tabelle ist ein subjektiver Prozess, in den die langjährige Erfahrung der Fachredaktion einfließt. Die Einordnung einer Kanzlei in die Tabelle erklärt sich entsprechend nur bei Berücksichtigung der dazu gehörigen Kanzleibesprechung. Um die Tabellen optisch noch übersichtlicher zu gestalten, sind die Rankingpositionen mit Sternen verdeutlicht. Grundsätzlich sind die einzelnen Gruppen mit ein bis fünf Sternen ausgezeichnet. Enthält eine Tabelle nur vier Gruppen, entfällt die Kennzeichnung mit einem Stern, sind nur drei Gruppen vorhanden, entfällt zusätzlich die Kennzeichnung mit zwei Sternen.

In den Rankingtabellen sind ein oder mehrere Kanzleistandorte aufgeführt, in denen das betreffende Rechtsgebiet einen Schwerpunkt bildet. Damit soll nicht impliziert werden, dass die Kanzlei Beratung in diesem Gebiet an anderen Standorten nicht anbietet.

Besonderheiten beim Nationalen Überblick/JUVE Top 50 und den Regionen

Beide Teile fassen Rechercheergebnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen, sei es zur bundesweiten Reputation einer Kanzlei, sei es zur Wahrnehmung eines Büros in seinem näheren Umfeld. Die Faktoren, die bei solchen subjektiven Einschätzungen der Gesamtreputation eine Rolle spielen, ändern sich in dem Maße, wie die Anforderungen der Unternehmen an ihre Berater sich wandeln. Seit dem ersten Erscheinen des JUVE Handbuchs sind eine Reihe von Aspekten sowohl für mittelständische Unternehmen als auch für Konzerne wichtiger geworden und bilden daher Die Bewertungsgrundlagen (Seite 40) im ,Nationalen Überblick/JUVE Top 50‘ und in den Regionen-Kapiteln. Dabei geht es nicht nur um fachliche Kompetenz, sondern auch um weiche Faktoren wie Management und Teamfähigkeit.

Im ‚Nationalen Überblick/JUVE Top 50‘ finden sich Rubriken, die von den anderen Kapiteln abweichen. Die Rubrik Auf den Punkt gibt eine schlagwortartige Kurzanalyse der Kanzlei in Deutschland. Unter Analyse finden Sie eine Bewertung von aktuellen Entwicklungen der Kanzlei, während Perspektive sich mit der Entwicklung der Marktposition, Potenzialen und Strategien befasst. Unter Service wiederum finden sich Hinweise, wie Kanzleien ihre Leistung erbringen. Im Fokus stehen dabei unter anderem IT-gestützte Beratungsangebote und Besonderheiten der personellen Ausstattung.

Der kommerzielle Teil des Buchs (gelbe Seiten)

Anzeigenteile

Eine Reihe von Kanzleien hat hier eine Selbstdarstellung ihrer Praxis als Anzeige platziert. Im Gegensatz zu den redaktionellen Beschreibungen sind die Eigenpräsentationen kostenpflichtig. Für ihren Inhalt und die Gestaltung sind die jeweiligen Kanzleien allein verantwortlich. Die Buchung in diesem Teil des Handbuchs erfolgt unabhängig durch die Kanzleien und bildet kein Kriterium für die Darstellung im redaktionellen Teil.

Co-Publishing

In sogenannten Co-Publishing-Beiträgen schreiben Anwälte über aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Rechtsgebieten. Für den Inhalt dieser kostenpflichtigen Beiträge und die Angaben zu den Kanzleien und Autoren sind die jeweiligen Kanzleien allein verantwortlich. Eine redaktionelle Bewertung der Beiträge oder Autoren seitens des Verlages erfolgte bei der Auswahl nicht.

Die Bewertungsgrundlagen

In der Gesamtschau einer Kanzlei oder eines Kanzleistandorts spielen zahlreiche Kriterien eine wichtige Rolle bei der Analyse der Marktposition. Die Relevanz der einzelnen Aspekte verändert sich mit den Bedürfnissen der Mandanten. Zudem ist es heute unabdingbar, einzelne Spezialisierungen der Anwälte durch ein geeignetes Management effektiv zu koordinieren.

Die Kriterien im Einzelnen:

  • Gesellschaftsrechtliche Kompetenz, zur Gestaltung der Grundstrukturen unternehmerischer Geschäftstätigkeit
  • Finanzierungs- und Transaktions-Know-how als Basis für die Weiterentwicklung von Unternehmen
  • Aufbau von Kompetenzen, um die Mandanten bei ihrem rechtlichen Risikomanagement zu unterstützten
  • Aufbau und Pflege von Kapazitäten in zentralen Gebieten
    wie Arbeits- oder Steuerrecht
  • Fähigkeit, auf hohem Niveau bei grenzüberschreitenden Sachverhalten zu beraten
  • Zahl der in ihrem Rechtsgebiet als herausragende Praktiker geltenden Anwälte
  • Ausbildung von Branchenkenntnissen
  • Komplexität und Umfang der betreuten Mandate
  • Gleichmäßig hohe Qualitätsstandards in allen Tätigkeitsbereichen
  • Serviceorientierung und -bereitschaft
  • Kanzleimanagement und -struktur auf effektive Koordination der einzelnen Spezialisierungen ausgerichtet
  • Teamarbeit, um Synergien zum Nutzen der Mandanten zu schaffen
  • Stabile und funktionierende internationale Kontakte
  • Pflege und Qualität von Mandatsbeziehungen
  • Vorausplanung und Erkennen von Trends auf dem Rechtsmarkt und dem jeweiligen Markt der Mandanten
  • Stimmige Kanzleikultur, Strategie und Philosophie, die von den Anwälten einer Kanzlei gemeinsam vertreten wird
  • Nachhaltige Struktur, die es erlaubt, qualitativ hochwertige Nachwuchsjuristen zu gewinnen und zu halten.