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04.05.2006

Kabel BW jetzt schwedisch: Hengeler berät EQT, Weg frei für WilmerHale bei Blackstone

Der schwedische Finanzinvestor EQT hat den Heidelberger Kabelnetzbetreiber Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) übernommen.Verkäufer waren die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone als Hauptanteilseigner sowie der kanadische Investor CDPQ. Der Kaufpreis lag nach Angaben des ‚Wall Street Journal‘ bei rund 1,3 Milliarden Euro, in Branchenkreisen dagegen hieß es, der Preis liege höher. Auch das Management von Kabel BW beteiligte sich an dem Kauf, dem die Kartellbehörden noch zustimmen müssen. Die Investmentbank Morgan Stanley und die Royal Bank of Scotland finanzierten die Transaktion durch Darlehen in Höhe von insgesamt 1,27 Milliarden Euro.

Kabel BW hat nach eigenen Angaben mehr als 2,3 Millionen Kunden und zählt damit zu den größten Kabelnetzbetreibern Deutschlands. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen 246 Millionen Euro. Das Private-Equity-Haus Blackstone hatte sich erst wenige Tage zuvor überraschend mit 2,68 Milliarden Euro an der Deutschen Telekom beteiligt. (René Bender)

Berater EQT
@HENGELER MUELLER (München): Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Achim Herfs (beide Federführung; M&A), Dr. Wolfgang Spoerr (Öffentliches Recht; Berlin) Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Julia Richter, Dr. Steffen Oppenländer, Michael Riha
P+P PÖLLATH + PARTNER (München): Dr. Benedikt Hohaus (Strukturierung des Management-Beteiligungsprogramms)

Berater Blackstone
WILMERHALE (Berlin): Dr. Roland Steinmeyer, Dr. Christian Crones, Matthias Wissmann (alle Federführung), Dr. Christopher Martin (alle Corporate) Dr. Jörg Karenfort (Kartellrecht; Regulatorische Fragen); Associates: Dr. Matthias Santelmann, Florian Steinhardt (beide Corporate), Matthias Hoppe (Steuerrecht)
SIMPSON THACHER & BARTLETT (London): Michael Wolfson, Euan Gorrie (Financing), Gary Mandel (New York); Meredith Jones (Tax); Associate: Bart Gombert, Ben Garcia (High Yield)

Berater CDPQ
KIRKLAND & ELLIS (London): John van de North, Ivo Posluschny (München; beide Corporate)

Berater Kabel BW
INHOUSE (Heidelberg): Lars Ziegenhagen (Leiter Rechtsabteilung)

Berater Banken
White & Case (Frankfurt): Annica Lindegren, Anne Force; Associates: Octávio des Sousa, Sascha Henry

Überraschende Konstellationen auf Kanzleienseite bei diesem Deal: Hengeler begleitete EQT. Zu erwarten gewesen wäre eine Mandatierung durch Blackstone, denn in der Vergangenheit war Hengeler für die US-Gesellschaft regelmäßig tätig.

Die Kanzlei beriet den Investor etwa, als dieser vor knapp zwei Jahren versuchte, Kabel BW an Kabel Deutschland zu verkaufen. Das Kartellamt hatte allerdings damals die Übernahme von Kabel BW sowie der iesy und ish verhindert. Doch war Hengeler dadurch bestens mit dem Heidelberger Kabelkonzern vertraut, was den jetzigen Verkaufsprozeß beschleunigte.

Als EQT nun an Hengeler herantrat, erhielt die Kanzlei von Blackstone daher auch die Freigabe für das Mandat und konnte so erstmalig einen Deal für den schwedischen Investor erfolgreich zum Abschluß bringen. Zwar besteht das Beratungsverhältnis zu EQT schon länger, bislang jedoch konnte keine Transaktion geclosed werden. Die Wege waren dabei kurz, sitzt doch EQT in München im gleichen Haus wie Hengeler.

WilmerHale konnte das EQT-Mandat an Hengeler nutzen und sich neben der Blackstone-Hauskanzlei Simpson Thacher die Begleitung der US-Gesellschaft sichern. Dies bedeutet einen Erfolg für die Kanzlei, ist die Tätigkeit in diesem Milliarden-Deal doch im Corporate-Bereich die erste Beratung für Blackstone in Deutschland. Allerdings war WilmerHale für den Investor bereits in regulatorischen Fragen tätig und über die Stärke der Kanzlei in diesem Bereich kam auch der jetzige Kontakt zustande. Zudem berät die Kanzlei mit Celanese eine weitere Beteiligungsgesellschaft von Blackstone.

Weniger ungewöhnlich war das EQT-Mandat an Pöllath. Die Kanzlei hatte den Investor auch in der Vergangenheit schon mehrfach beraten, so etwa beim Management-Buy-out der Sirona-Gruppe vor mehr als zwei Jahren.

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