Juve Plus Verkauf der Diagnostiksparte an Siemens

Hengeler kehrt wieder an Bayers Seite zurück

Siemens hat die Diagnostiksparte des Bayer-Konzerns erworben. Für rund 4,2 Milliarden Euro wechselt der Teilbereich mit Hauptsitz in Tarrytown (USA) den Besitzer. Bayer Diagnostics hält Beteiligungen und Geschäftseinheiten in mehr als 40 Ländern und verfügt über ein breites Portfolio sogenannter In-vitro-Diagnostika. Dabei handelt es sich um Substanzen zur Bewertung und Therapiekontrolle von Erkrankungen an Herz-Kreislauf und Nieren sowie von Krebs und Diabetes. Die Sparte mit mehr als 5.000 Beschäftigten erzielte zuletzt einen Umsatz von mehr als 1,4 Milliarden Euro.

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Siemens baut mit der Akquisition seine Position im Wachstumsmarkt Molekulardiagnostik weiter aus, zuletzt hatte das Münchner Unternehmen vor wenigen Monaten die US-Firma Diagnostic Products für rund 1,5 Milliarden Euro übernommen.

Bayer konzentriert sich durch den Verkauf noch stärker als bisher auf das Arzneimittelgeschäft und konsumnahe Gesundheitsprodukte. Analysten erwarten, dass der Leverkusener Pharmariese Kapital aus dem Verkauf einsetzen wird, um die Übernahme des Berliner Pharmaunternehmens Schering zu finanzieren. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf des Diagnostik-Bereichs noch zustimmen.

Berater Siemens

FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (München): Dr. Axel Epe, Dr. Barbara Keil (beide Federführung; M&A), Timothy Wilkins (M&A; New York), Dr. Christian Sistermann (Steuerrecht), Claude Stansbury (Steuerrecht; Washington), Michael Knospe (IP/IT), Dr. Boris Dzida (Arbeitsrecht; Hamburg), Dr. Frank Montag (Brüssel), Paul Yde (beide Kartellrecht; Washington), Dr. Wolf Friedrich Spieth (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Ulrich Reese (Pharma; Düsseldorf), Tobias Müller-Deku (Finanzrecht); Associates: Dr. Ralph Kogge (M&A; München), Dr. Claudia Nawroth (IP/IT; Düsseldorf), Dr. Thomas Schindler, Dr. Nina Böttger (Düsseldorf), Dr. Lars Friske, Yayoi Shionoiri (beide New York), Bharat Anand, Nischal Hindia (alle M&A; beide London), Anette Maier (Steuerrecht), Dr. Michael Ramb (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin)

SHEARMAN & STERLING (New York): (US-Arbeits/Immoblienrecht) – aus dem Markt bekannt

REED SMITH (London): Arita Kupchyk (Regulatory; UK)

HELLEREHRMANN (Silicon Valley): Ginger Dreger

INHOUSE (München): Stephan Bühler, Robert Kirschbaum, Solms Wittig (Siemens Legal Services)

Berater Bayer

HENGELER MUELLER (Düsseldorf): Dr. Matthias Hentzen, Dr. Christian Möller, Dr. Jochen Vetter (alle M&A), Dr. Thorsten Mäger (Kartellrecht), Dr. Ernst-Thomas Kraft (Steuerrecht), Dr. Thomas Schmidt-Kötters (Öffentliches Recht); Associates: Dr. Holger Hofmeister, Simon Härle, Kerstin Henrich, Dr. Jan Liersch, Fabian Siegler, Robert Stiefelhagen (alle M&A), Dr. Friedrich Wenzel Bulst (Kartellrecht)

CLEARY GOTTLIEB STEEN & HAMILTON (New York; US-Recht) – aus dem Markt bekannt

@JONES DAY (New York; US-Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

SLAUGHTER AND MAY (London): Elisabeth Holden (M&A), Charles Cameron (UK-Arbeitsrecht)

URÍA MENÉNDEZ (Madrid): Christian Hoedl

INHOUSE (Leverkusen): Dr. Axel Hamann (Head of Legal M&A)

Hengeler Mueller kehrt mit der Mandatierung für diesen Deal wieder an die gewohnte Seite von Bayer zurück. In der Übernahmeschlacht um Schering hatte die deutsche Top-Kanzlei das Zielunternehmen beraten. Die Berliner Schering AG hatte Hengeler schon von Anbeginn der geplanten feindlichen Übernahme durch Merck mandatiert. Daher konnte Bayer nicht, wie sonst bei Transaktionen üblich, auf ihre Hauskanzlei zurückgreifen. Der Weiße Ritter vertraute daher bei der Schering-Übernahme auf Latham & Watkins (JUVE 05/06).

Auch Freshfields an der Seite von Siemens ist keine Überraschung. Allerdings kann das Mandat als Erfolg für das Münchner Büro gewertet werden, denn der Deal ist die erste große Transaktion nach dem Weggang von Dr. Hans-Jörg Ziegenhain zu Hengeler (JUVE 03/06) – und der galt bis dahin als enge Kontaktperson zwischen Freshfields und dem Technologieriesen.

Für Freshfields-Partner Epe ist der Kauf der Bayer-Diagnostiksparte seit seinem strategischen Wechsel von Düsseldorf nach München das erste große Mandat. Seit dem Weggang Ziegenhains teilt Epe seine Präsenz zwischen Düsseldorf und München auf.

Freshfields bezog bei der Transaktion, die sich auf über 40 Jurisdiktionen erstreckte, sowohl eigene Anwälte vor Ort wie auch andere Kanzleien ein. Auch Hengeler zog in wichtigen Jurisdiktionen wie Großbritannien oder Spanien jeweils ihre Best-Friend-Kanzleien Slaughter and May sowie Uría hinzu. Teilweise mandatierte Bayer die Kanzleien auch selbst: Cleary Gottlieb etwa gilt als Hauskanzlei von Bayer HealthCare in den USA.

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