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29.03.2008

VW erwirbt Mehrheit an Scania

Der Volkswagenkonzern hat überraschend die Mehrheit am schwedischen Lastwagenherstelller Scania übernommen. VW erwarb von der Stiftung der schwedischen Familie Wallenberg und der von der Familie geleiteten Gruppe Investor AB deren Scania-Anteile in Höhe von 30,6 Prozent für rund 2,9 Milliarden Euro. Die Wolfsburger erhöhten ihr Scania-Paket damit von 38 Prozent auf insgesamt 68,6 Prozent der Stimmrechte. Mit der Kontrollübernahme bei dem schwedischen LKW-Konzern kommt VW einer möglichen Dreierallianz mit Scania und dem Münchner Nutzfahrzeugunternehmen MAN einen Schritt näher.

VW will die LKW-Sparte von MAN, Scania und die eigene LKW-Produktion in Brasilien zu einem riesigen Nutzfahrzeugkonzern zusammenführen. VW hält derzeit rund 30 Prozent an MAN, die wiederum selbst mit 17 Prozent an Scania beteiligt sind. MAN war 2007 mit einem Übernahmeversuch über 10,3 Milliarden Euro bei Scania gescheitert. (René Bender)

Berater VW
Inhouse (Wolfsburg): Michael Ganninger (Chefjustiziar) – aus dem Markt bekannt
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Wolfgang Richter (Corporate), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht; Düsseldorf),
Johannes Perlitt (Corporate)
Roschier (Stockholm): Axel Calissendorff, Ola Åhman (beide Corporate), Lars Johansson (Kartellrecht);
Associates: Fredrik Hag, Daniel Öhvall
Linklaters : Hans-Joachim Holzapfel (München), Fredrik Lindqvist, Svante Johansson; Associate: Björn
Kristiansson (alle Stockholm)

Berater Familie Wallenberg/Investor
Vinge (Stockholm): Hans Wibom, Christoffer Saidac (beide Corporate), Carl Wetter (Kartellrecht)

Einen Großteil des Scania-Deals wickelte VW dem Vernehmen nach Inhouse ab. Ansonsten prägten vor allem altbekannte Mandatsbeziehungen das Bild in dem Milliarden-Coup der Wolfsburger. Clifford gilt hierzulande als Stammberaterin von VW. Richter war auf Seiten des MAN-Großaktionärs VW auch eingebunden, als MAN im
Herbst 2006 erfolglos nach Scania griff. Ebenfalls 2006 betreute der Frankfurter Partner auch den Verkauf der IT-Tochter Gedas sowie die Veräußerung des Autovermieters Europcar.

Auch Linklaters verfügt über eine stabile Mandatsbeziehung zu VW: Der Münchner Partner Holzapfel begleitet den Aufsichtsrat regelmäßig. Für das Stockholmer Büro der finnischen Top-Kanzlei Roschier ist das VW-Mandat ein Erfolg: Roschier hatte vor etwa zweieinhalb Jahren mit Axel Callissendorff, einem der renommiertesten schwedischen M&A-Anwälte und langjähriger Partner bei Mannheimer Swartling, in Stockholm eröffnet. Vinge hat die Wallenbergs schon wiederholt beraten. Die schwedische Renommieradresse hatte die Industriellenfamilie und deren Gruppe Investor AB unter anderem schon 2006 begleitet, als sie das
Übernahmeangebot von MAN abgelehnt hatte.

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